Bundesamt lehnt Hilfsangebot von Bochumer für Flüchtlinge ab

Andreas Rorowski
Friedhelm Fründ fühlt sich auch mit 68 noch fit genug, um sein Wissen als Verwaltungswirt einzubringen.
Friedhelm Fründ fühlt sich auch mit 68 noch fit genug, um sein Wissen als Verwaltungswirt einzubringen.
Foto: FUNKE Foto Services
Diplom-Verwaltungswirt Friedhelm Fründ hat dem Bundesamt für Migration seine Dienste angeboten und war verblüfft über eine Ablehnung.

Bochum. Friedhelm Fründ hat nicht lange gezögert, als er davon hörte, dass Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) ebenso wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) angekündigt hatten, pensionierte Landesbedienstete für die Registrierung von Flüchtlingen und andere Verwaltungsaufgaben einzusetzen.

Der 68-jährige Diplom-Verwaltungswirt setzte sich an seinen Computer, schrieb an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und bot seine Hilfe an – als Aushilfe, möglicherweise in der Außenstelle des Bundesamtes in Dortmund. Seine Qualifikation: 30 Jahre Erfahrung als Arbeits- und Rehaberater bei der Bundesagentur für Arbeit. „Und da ich noch fit bin, engagiere ich mich noch als Dozent bei einem Verein und gebe Seminare für Schulklassen“, sagt der Senior aus Wiemelhausen.

Neueinstellungen und Abordnungen

Dessen Tatendrang wurde jedoch jäh gestoppt. „Leider ist es uns derzeit nicht möglich, Aushilfskräfte zu beschäftigten“, antwortete ihm freundlich, aber knapp das Bundesamt einige Tage später. „Das konnte ich gar nicht glauben“, so Fründ. Der Minister habe doch kurz zuvor erst verkündet, „man wolle jetzt auch Pensionäre ansprechen“. Und der Bedarf ist unbestritten.

So meldete das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge selbst vor einigen Tagen, bis zum 1. November werde es 1000 neue Stellen besetzen, um die stark ansteigenden Aufgaben erledigen zu können. Auch würden Mitarbeiter anderer Ministerien eingesetzt – aus dem Innenministerium 150, aus der Zollverwaltung 210 und aus dem Verteidigungsministerium 400. Zu tun gibt es reichlich.

Das gilt auch für die Bezirksregierung in Arnsberg. Dort sind seit geraumer Zeit von anderen Landesbehörden abgeordnete Mitarbeiter im Einsatz. Bis zum 4. September waren bereits 229 zusätzliche Kräfte im Einsatz; nach Auskunft der Bezirksregierung davon 49 Pensionäre aus dem Bereich der Polizei, von Straßen.NRW, IT.NRW, der Telekom oder dem Landesamt für Finanzen. In der Arnsberger Personalabteilung gibt es mittlerweile eine Anlaufstelle für Pensionäre, die sich in diesen Dienst der Flüchtlingsarbeit stellen wollen.

Pensionäre können der Behörde helfen

Und mittlerweile ist auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg zu der Erkenntnis gelangt, dass Pensionäre der Behörde weiterhelfen können. Kurz nach der Absage an Friedhelm Fründ sei auch dort der Hinweis auf den möglichen Einsatz von Pensionären eingegangen.

„Wir sind dankbar für jede Unterstützung“, sagt Sprecher Mehmet Ata. Allerdings sei die Personalabteilung wegen der großen Zahl an Einstellungen, die derzeit vorgenommen werden, sehr beansprucht. „Daher bitten wir um Geduld.“ Es könne noch etwas dauern, bis klar sei, wo und wie Friedhelm Fründ helfen könne. Aber sein Einsatz werde geprüft. Und mittlerweile hat der Bochumer auch eine entsprechende Mail aus Nürnberg erhalten. Er ist bereit.