Bundesamt bezieht früheres Krupp-Hochhaus in Bochum

Andreas Rorowski
Modernisiert wird momentan das frühere Krupp-Hochhaus. Zehn Etagen hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gemietet.
Modernisiert wird momentan das frühere Krupp-Hochhaus. Zehn Etagen hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gemietet.
Foto: foto@luftbild-blossey
  • Die Außenstelle des Bamf zieht zumindest bis 2019 von Dortmund nach Bochum
  • Der Bund hat insgesamt zehn Etagen des früheren Krupp-Hochhauses gemietet
  • Die Mieteinnahmen dürften jährlich bei etwa einer Million Euro liegen

Bochum. Nachdem die Versicherung Knappschaft-Bahn-See im August 2015 die letzte von zwischenzeitlich sechs gemieteten Etagen freigezogen hat, zieht in das frühere Krupp- bzw. Thyssen-Krupp-Hochhaus an der Alleestraße 165 nun ein neuer Nutzer ein.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) wird auf voraussichtlich acht der zwölf Etagen etwa 6400 qm Fläche beziehen und diese als zentrale Registrierungsstelle für Flüchtlinge nutzen. Vermietet haben der Eigentümer Cording Real Estate Group und seine Joint-Venture-Partner außerdem zwei weitere und damit insgesamt acht Etagen mit einer Gesamtfläche von 8629 qm an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Sie erhalten dafür eine Miete von vermutlich etwa eine Million Euro jährlich bei voller Auslastung und einer in Bochum üblichen durchschnittlichen Büromiete für gute Lagen von zehn Euro monatlich je Quadratmeter.

Derzeit wird das Gebäude nach Auskunft des Vermieters saniert, dabei werden vor allem die Lüftungs- und Kommunikationstechnik modernisiert. Sobald eine Etage fertig gestellt ist, zieht das Bamf darin ein.

Außenstellen müssen Aktenstau abarbeiten

Bis 2019 werden die Bundesbehörden etwa 60 Prozent der Fläche nutzen, die restlichen 40 Prozent sollen vorerst lediglich bis 2017 benötigt werden. Leer stehen momentan die beiden weiteren Geschosse des Gebäudes, das Anfang der 1960er Jahre errichtet wurde.

Zwischen 400 und 600 Mitarbeiter des Bamf und anderer Behörden könnten auf den zehn nun vom Bund gemieteten Etagen ihren Arbeitsplatz finden. Momentan, so eine Bamf-Sprecherin, sind es 100 Bamf-Beschäftigte aus der früheren Außenstelle Dortmund, die mittlerweile zu einem der fünf Ankunftszentren in NRW ausgebaut wurde, sowie 60 vorübergehend beschäftigte Mitarbeiter; darunter Juristen, die als sogenannte Entscheider über Asylanträge befinden. Die Belegschaft wachse weiter.

Während in Dortmund nun alle neu angekommenen Flüchtlinge aufgenommen, untersucht, registriert und nach maximal einer Woche auf die Städte verteilt werden, bestehe nach Auskunft des Bamf die Aufgabe in den Außenstellen vor allem darin, den Aktenstau abzuarbeiten. Dazu müssten u.a. die Identität von Asylbewerbern geklärt, Anträge bearbeitet und neue Akten angelegt werden.

Das Bima mit Sitz in Bonn ist beauftragt mit dem Immobilienmanagement innerhalb der Bundesverwaltung. Es hat nahezu alle inländischen Dienstliegenschaften in Besitz genommen, etwa 4700 Immobilien, vermietet sie an die Fachressorts oder mietet für diese weitere Immobilien an.