Bürgerinitiative Bahnhof Weitmar kritisiert Trasse für Springorum-Radweg

Der zweite von insgesamt vier Abschnitten des Springorum-Radwegs soll im Frühjahr 2014 fertig gestellt sein.
Der zweite von insgesamt vier Abschnitten des Springorum-Radwegs soll im Frühjahr 2014 fertig gestellt sein.
Foto: Haenisch / waz fotopool
Der Springorum-Radweg wird auf einer Länge von 9,2 Kilometern die Bochumer Innenstadt mit dem Stadtteil Dahlhausen verbinden. Doch die Bürgerinitiative Bahnhof Weitmar übt Kritik an der Trassenführung - die vom urprünglichen Verlauf deutlich abweiche.

Bochum. Die Radfahrer freuen sich schon. In anderthalb Jahren können sie eine neue Radtrasse in Nord-Süd-Richtung über 9,2 Kilometer unter die Räder nehmen. Der Springorum-Radweg wird die Innenstadt mit Dahlhausen verbinden und als weiteres Musterbeispiel für die im Ruhrgebiet hinlänglich bekannte Verwendung früherer Zechenbahntrassen dienen. 70 Kilometer gibt es davon in der Stadt, fast 40 davon werden nach Fertigstellung des jüngsten Projekts fußläufig und per Rad nutzbar sein.

Mustergültig ist der Bau indes nicht, sagt die Bürgerinitiative Bahnhof Weitmar. Sie hegt nicht nur Zweifel an der Bebauung des früheren Bahnhofsareals, wo auf einer Gesamtfläche von 3,8 Hektar nach den Plänen einer Essener Immobilienfirma zwölf Einfamilien-, 48 Doppel- und 18 Reihenhäusern entstehen sollen. „Wir sind nicht grundsätzlich dagegen, wollen aber dass etwas Grün und das Biotop erhalten bleiben“, sagt BI-Sprecherin Bärbel Kube, die mit ihren Mitstreitern bislang 700 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt hat. Überrascht ist die BI vom Verlauf des Radwegs, der auf der Zechenbahntrasse ursprünglich schnurgerade das Gebiet durchtrennen sollte, wie es auf dem RVR-Bauschild auch abgebildet ist.

Wer hat die Verlegung beschlossen?

Nun werde die Trasse aber um das Gelände des alten Güterbahnhofs herum geführt. „Das ging hoppladihopp“, so Bärbel Kube. Und: „Die Verlegung ist problematisch, da es sich um eine Versiegelungsmaßnahme in einem Landschaftsschutzgebiet handelt“, heißt es in einem Schreiben an Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch. Zugleich fragt die BI, wer die Verlegung beschlossen habe. Noch im Juni sei in der Bezirksvertretung die Karte mit dem Bebauungsplan 946 gezeigt worden, in dem der Radweg das Bahnhofsareal geradlinig durchtrennt. Kube: „Wahrscheinlich gibt es keinen Bebauungsplan.“

Der Stadtbaurat zeigt sich verwundert und verweist darauf, die neue Trassenführung sei seit geraumer Zeit bekannt und vorgestellt worden, Schutzziele seien nicht betroffen. Tatsächlich ist in der Vorlage zur besagten Bezirksvertretung am 26. Juni zu lesen: „Nördlich des Plangebiets wird zeitnah der überregionale Radweg des Regionalverbands Ruhr errichtet.“ Und: „Die Führung des Springorum-Radwegs erfolgt so, dass keine zeitlichen Abhängigkeiten zwischen der Realisierung des Wohngebietes und des Radwegs entstehen.“ Vor dem Hintergrund des auf Altlasten zu überprüfenden Geländes, so Kratzsch, sei es darum gegangen, den Bau des Radwegs nicht zu verzögern.

Auch beim Regionalverband Ruhr als Maßnahmenträger heißt es, die um das Bahnhofsgelände geführte Trasse sei seit geraumer Zeit Teil der Gesamtplanung. Als Grund für die 800 Meter lange Umgehung nannte Diplom-Ingenieurin Kathrin Schneider-Dramani indes, dies sei auf Wunsch des Bauunternehmens geschehen.

 
 

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