Brauerei des Bochumer Schlegel-Bieres insolvent

Bochum. Das Bochumer Traditions-Bier Schlegel, das Dirk Link und Martin Zünkeler seit 2003 wieder brauen lassen, steht nahezu auf dem Trockenen. Die Brauerei in Schwelm, wo die beiden Bochumer Freunde die Marke nach Originalrezept herstellen lassen, wird geschlossen; sie ist insolvent.

„Ich muss die Nachricht erst einmal sacken lassen“, sagte Dirk Link am Freitag. Denn schon seit zwei Jahren stehe es schlecht um die Schwelmer Brauerei, doch zuletzt gab’s mehr als einen Hoffnungsschimmer, als sich sieben Investoren zusammengefunden hatten. Dann sei eine Woche lang alles in der Schwebe gewesen, bis ein Großhändler abgesprungen sei, was laut Link auch die Investoren zum Rückzug bewegte, „das ist für mich unverständlich“. Fakt sei, dass nun die Brauerei geschlossen werde, das haben ihm der Insolvenzverwalter und der Prokurist bestätigt.

3000 Kisten pro Monat gebaut

Montag soll bereits die Hälfte der Belegschaft zu Hause bleiben. Abgefüllt werde das gebraute Schlegelbier noch, so dass wohl noch für ein paar Wochen Vorräte geliefert werden könnten.

Schlegel schlug nach einigen Startschwierigkeiten gut am Markt ein. In Schwelm wurden bis zu 3000 Kisten pro Monat gebraut mit einem Brutto-Umsatz von 30.000 Euro. Es wird inzwischen in 150 Getränkemärkten angeboten und in zehn Kneipen gezapft, darunter auch im Bermuda-Dreieck.

Suche nach neuem Brauerei-Standort

Schon deshalb bleiben die Geschäftsführer optimistisch, die Marke erhalten zu können. „Es muss weitergehen. Schließlich wird das Bier gekauft.“ Link und Zünkeler wollen sich in der nächsten Zeit fieberhaft auf die Suche nach einem neuen Brau-Standort machen. was nicht ganz einfach werde. Schließlich sei es auch eine Frage der Qualitätssicherung und der Nähe zu Bochum, was die Auswahl einschränke. „Wir führen bereits Gespräche.“

Link und Zünkeler sind in der Werbebranche tätig und betreiben das Biergeschäft „nebenbei“. 2002 hatten sie die Markenrechte an dem Exportbier erworben.

 
 

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