Brand im Bergmannsheil: Kein Rauchmelder im Patientenzimmer

Unter größtem Einsatz haben Feuerwehrkräfte. Krankenhauspersonal, Polizisten und andere Helfer sehr viele Patienten gerettet.
Unter größtem Einsatz haben Feuerwehrkräfte. Krankenhauspersonal, Polizisten und andere Helfer sehr viele Patienten gerettet.
Foto: Ingo Otto
  • In den Patientenzimmern des Bettenhauses 1 des Bergmannsheils gab es keine Rauchmelder.
  • Diese waren allerdings auch nicht vorgeschrieben.
  • Die Feuerwehr würde das aber begrüßen, weil so vielleicht wichtige Minuten für die Rettung gewonnen würden.

Bochum..  In dem Patientenzimmer des Bergmannsheils, in dem in der Nacht des 30. September die Feuerkatastrophe ausgebrochen war, gab es keinen Rauchmelder, auch nicht in den anderen Krankenzimmern des achtstöckigen Gebäudes. Das bestätigte gestern der Sprecher des Bergmannsheils, Robin Jopp, auf WAZ-Anfrage. „Es waren in den Patientenzimmern des Hauses 1 keine Rauchmelder vorhanden.“

Außerdem teilte er mit, dass in der betroffenen Station im sechsten Stock nur eine Pflegekraft für 29 Patienten zuständig war. Die Nachfrage, ob dies üblich sei und ob dies den Vorschriften entspricht, ließ das Krankenhaus unbeantwortet.

„Alle vorgeschriebenen brandschutztechnischen Auflagen erfüllt“

Das Fehlen von Rauchmeldern in den Zimmern verstieß jedenfalls nicht gegen Vorschriften. Jopp: „Im Bergmannsheil werden alle vorgeschriebenen brandschutztechnischen Auflagen erfüllt. Unsere technische Ausstattung zur Brandsicherung ebenso wie unsere Brandschutzkonzepte und Evakuierungspläne werden regelmäßig von zuständigen Behörden und Sachverständigen geprüft.“ Dabei sehe das Brandschutzkonzept des Hauses in den Patientenzimmern des Bettenhauses 1 keine Rauchmelder vor. In den anderen Bergmannsheil-Häusern gebe es diese Geräte hingegen zum Teil auch in Patientenzimmern. Maßgeblich dafür, wo genau sie installiert würden, sei stets das Brandschutzkonzept für das entsprechende Gebäude.

Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei hatte sich in der Brandnacht gegen 2.30 Uhr eine 69-jährige Patientin „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ in Suizidabsicht mit flüssigem Desinfektionsmittel übergossen und angezündet. Die Frau starb, durch den giftigen Rauch auch ein bettlägeriger Patient (41) im Nachbarzimmer.

Hätte es in den Zimmern Rauchmelder gegeben, hätte dies für die Rettung und Löschung „wahrscheinlich ein paar Minuten gebracht“, sagt Feuerwehrsprecher Kurt Chlench. Am Brandgeschehen hätte dies aber „vermutlich nicht viel geändert“. Anders als bei einem langsam entstehenden Brand sei das Feuer hier ganz schnell, mit Brandbeschleuniger, entzündet worden. Die Polizei sieht denn auch keine vorwerfbaren Fehler weder beim Personal noch der Technik.

Rauchmelder in allen Zimmern „vernünftig“

Trotzdem plädiert Chlench für Rauchmelder in sämtlichen Patientenzimmern – ob sie nun Pflicht sind oder nicht. „Ja, sicher ist das vernünftig.“ Das sei auch die Forderung von Brandschutzexperten.

Das Knappschaftskrankenhaus verfügt eigenen Angaben zufolge bereits in allen Patientenzimmern über Rauchmelder, das St.-Josef-Hospital mehrheitlich, zumindest dort, wo es vorgeschrieben ist.

Bis Jahresende müssen alle Privatwohnungen mit Rauchmeldern ausgestattet sein – in Schlaf- und Kinderzimmern sowie Fluren, „über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen“. So schreibt es das Gesetz vor.

 
 

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