Boulevard-Komödie wird zum Bollywood-Musical

Jürgen Boebers-Süßmann
Bunt wie ein Bollywood-Movie. In dem unterhaltsamen Musical steht neben den Schauspielern ein vierköpfiges Profi-Musical-Ensemble auf der Bühne.
Bunt wie ein Bollywood-Movie. In dem unterhaltsamen Musical steht neben den Schauspielern ein vierköpfiges Profi-Musical-Ensemble auf der Bühne.
Foto: Foto: Diana Küster
  • „Weekend im Paradies“ erzählt auf unterhaltsame Art von Karrierismus im Amt.
  • Regisseur Brey hat bereits mit „Drei Männer im Schnee“ und „Spamalot“ zwei Publikums-Hits abgeliefert .
  • Für die Premiere am Samstag, 24. September, gibt es noch Restkarten an der Abendkasse.

Bochum. Ein Wochenende im Paradies – wer wollte das nicht gern mal haben? Das Schauspielhaus macht’s möglich, denn die nächste Premiere heißt „Weekend im Paradies“, wobei sich der Titel nicht nur auf den Inhalt dieser bekannten Komödie, sondern auch auf die von Regisseur Christian Brey besorgte Bühnen-Neufassung bezieht. Jux, Vergnügen und eine gute Zeit, das alles gibt’s im diesem Boulevard-Paradies, das in einem wunderbaren Land namens Indien liegt.

Aber der Reihe nach. „Weekend im Paradies“ ist ein altes Stück von Franz Arnold und Ernst Bach, das Ende der 1920er Jahre heraus kam und seitdem allerhand Film- und Bühnen-Adaptionen erlebt hat. In Schauspielhaus war das Boulevardhäppchen schon zweimal zu sehen, 1967 in der Intendanz Schalla und 1985 unter Peymann, eingerichtet von Alfred Kirchner. Die 2016er Fassung ist aber naturgemäß ganz anders. „Wir haben die Komödie größer aufgezogen und sie zum Musical umgeschrieben“, verrät Regisseur Brey, der mit „Drei Männer im Schnee“ und „Spamalot“ bereits zwei dicke Publikums-Hits abgeliefert hat.

Worum geht’s? Um Karrierismus im Amt. Regierungsrat Dittchen wurde trotz Fleiß & Pflichtbewusstseins nie befördert, Karriere machten immer nur die andren. Als er auf eine skandalöse Weekend-Bewegung aufmerksam gemacht wird, wittert Dittchen seine Chance: Er wird das Treiben der Wochenendkavaliere und ihrer Sonntagsbräute auffliegen lassen und so auf sich aufmerksam machen. Was er nicht ahnt: Im Weekend-Hotel liegt nicht nur das komplettes Ministerium samt falschen Gattinnen im Lotterbett, sondern auch seine eigene Frau Hedwig....

Mit Lust am Klamauk

„Das ist klassischer Komödienstoff und ein wunderbares Stück für die Schauspieler“, sagt Brey. Die turbulente Verwechselungsgeschichte wird in drei Teilen serviert, wobei der 1. Akt in einer 60er-Jahre-Amtsstube spielt, wozu die Live-Band 60er-Pop-Hits beisteuert. Im 2. Akt wird alles auf den Kopf gestellt, das Geschen verlagert sich in das besagte Weekend-Hotel, in dem die Combo „Die Tiger von Eschnapur“ aufspielt. „Das kommt wie eine Bühnenversion eines Bollywood-Musical ‘rüber“, sagt Brey, „also bunt, übertrieben, ironisch und mit viel Lust am Klamauk.“ Im 3. Akt fügen sich beide Welten zusammen. Die zentrale Rolle als Regierungsrat Dittchen spielt Henrik Schubert, ein Schauspieler mit ausgewiesen komödiantischem Schlag.

Premiere Samstag (24.9.), 19.30 Uhr, im Großen Haus, Restkarten an der Abendkasse