Bombenbergung auf Firmengelände in Bochum braucht Zeit

Sabine Vogt
Unter dem Gebäude der Firma Seco Kältetechnik GmbH an der Herzogstraße wird seit Wochen nach einer Bombe aus dem 2. Weltkrieg gesucht. Im Jahr 2006 wurde der Blindgänger auf alten Luftbildern entdeckt.Zur Bergung wurde zunächst ein neun Meter tiefer Schacht ausgehoben, von dem aus der Vortrieb unter dem  bis zur Bombe stattfindet. Foto: Olaf Ziegler
Unter dem Gebäude der Firma Seco Kältetechnik GmbH an der Herzogstraße wird seit Wochen nach einer Bombe aus dem 2. Weltkrieg gesucht. Im Jahr 2006 wurde der Blindgänger auf alten Luftbildern entdeckt.Zur Bergung wurde zunächst ein neun Meter tiefer Schacht ausgehoben, von dem aus der Vortrieb unter dem bis zur Bombe stattfindet. Foto: Olaf Ziegler
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler

Bochum. Die Entschärfung einer Fliegerbombe unter dem Grundstück der Firma Seco Kältetechnik GmbH könnte Rekorde einfahren, was die Dauer der Bergung betrifft.

Im Oktober 2006 erhielt Geschäftsführer und Grundstückseigentümer Gerd-Uwe Drobig Post mit neuen Luftbildern der Engländer: Zwei Treffer wurden auf dem Gelände Herzogstraße 28 vermutet. „Kurz darauf meldete sich die Bezirksregierung Arnsberg, um sich auf die Suche nach den Bomben zu machen.“ Die erste, auf einer Wiese vor dem Betriebsgebäude, war rasch gefunden und geborgen; sie war ungefährlich, weil sie bei Aufprall während des Krieges zerplatzt war, so Drobig

Das Aufspüren der zweiten Bombe aber sollte zu einem Riesenaufwand werden. „Zuerst wurden dazu in unserem Pavillon vor dem Verwaltungsgebäude die Fliesen herausgeschlagen und die Fußbodenheizung entfernt.“ Weil nichts gefunden wurde, sollte dann in der Lagerhalle gebohrt werden. „Schließlich wurde die Bombe im Knotenpunkt zwischen Fundament und Halle vermutet.“ Also wurde vom Parkplatz aus ein Loch gebohrt. Der Schacht musste abgeteuft werden, damit ein Stahlrohr hydraulisch eingebracht werden konnte. Pro Tag wurde dabei etwa ein halber Meter geschafft. Inzwischen ist eine Tiefe von neun Metern erreicht worden.

Entschärfung für Dienstag geplant

Am Montag standen die Feuerwerker aus Arnsberg, Ordnungs- und Tiefbauamt kurz davor, die Bombe freizulegen. Drobig hat den Fortschritt der Bergungsarbeiten täglich beobachtet: „Zuletzt stießen die Fachleute auf hartes Felsgestein, die Bombe konnte punktuell geortet werden.“

Nach dem gestrigen Stand ist die Entschärfung nun für Dienstag vorgesehen. Denn es müssten Bewohner evakuiert und Straßenabschnitte gesperrt werden, was Abstimmungen aller Ämter erfordert, wie Stadtsprecher Thomas Sprenger erklärte.

Geschäftsführer Gerd-Uwe Drobig: „Das Ganze hat unseren Betriebsalltag seither schon arg beeinträchtigt. Als die Suche nach der Bombe begann, hatten wir 18 Mitarbeiter. Inzwischen ist unsere Belegschaft auf 122 Leute angewachsen.“