Bogestra wünscht sich mehr Bewerber in Bochum

Potenzielle Bewerber im Führerhaus eines Bogestra-Fahrzeugs: Hier bei einem Praxistag für technische Berufe im Schulzentrum Gerthe.
Potenzielle Bewerber im Führerhaus eines Bogestra-Fahrzeugs: Hier bei einem Praxistag für technische Berufe im Schulzentrum Gerthe.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Fachkräftemangel bei der Bogestra - das Nahverkehrsunternehmen beklagt, dass sich zu wenige junge Leute auf freie Stellen bewerben. Es sind deutlich weniger Bewerbungen als in der Vergangenheit eingegangen. Auch andere Branchen beklagen einen Rückgang an Interesse unter den Jugendlichen.

Bochum.. „Wir könnten Hilfe gebrauchen“. Mit diesem Slogan ist die Deutsche Flugsicherung auf der Suche nach Nachwuchskräften. So ungeschminkt sagt es die Bogestra zwar nicht. Aber auch Bochums Nahverkehrsunternehmen macht sich offenbar Sorgen über die Besetzung seiner Ausbildungsstellen. Dieser Tage verlängerte es die Bewerbungsfrist für die Schulabgänger 2014 um einen Monat.

Bis Ende Oktober haben sie jetzt noch Zeit, sich für Ausbildungsberufe wie Fachkraft im Fahrbetrieb, Industriemechaniker, Servicekraft Schutz und Sicherheit oder andere zu bewerben. Deutlich weniger Bewerbungen als in der Vergangenheit sind eingegangen. Und auch die Qualität der Bewerber ist insgesamt zurückgegangen. „Das ist schon ein Problem“, sagt Bogestra-Sprecherin Sandra Bruns.

Verband sieht keinen Trend

Noch gibt es keine Anzeichen dafür, dass nächstes oder übernächstes Jahr nicht mehr genügend Bus- und Straßenbahnfahrer zur Verfügung stehen oder die Wartung der Fahrzeuge mangels Personal liegen bleibt. Mittelfristig aber könnte ein Fachkräftemangel die Betriebsabläufe erschweren. Schon nächstes Jahr zeichnet sich der erste Engpass ab. Der für die Technik des in die Jahre gekommenen Hauptstellwerks zuständige Mitarbeiter geht in Rente. Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht.

In vielen Branchen zeichnen sich allmählich Personalprobleme ab: Der Arbeitgeberverband Metall Bochum bilanzierte nach Beginn des aktuellen ersten Ausbildungsjahres zwar, es habe noch genügend Auswahl für die Lehrstellen gegeben. In einzelnen Fällen habe sich „die Mannschaft aber von allein aufgestellt“, die Auswahl sei begrenzt gewesen. Einen Trend will der Verband daraus noch nicht ableiten. „Aber in Zukunft werden auch andere Unternehmen vor ähnlichen Problemen stehen“, so Ausbildungsleiter Bernd Brucker.

Genügend Schulabgänger gibt es allerdings

Auch die Bäcker-Innung stellt einen Rückgang der Bewerbungszahlen fest, Landesinnungsmeister Heribert Kamm spricht von einem Minus von etwa 30 Prozent.

Fachkräftemangel Genügend Schulabgänger gibt es eigentlich. So verzeichnet die Agentur für Arbeit in ihrer August-Statistik 883 unversorgte Bewerber im hiesigen Bezirk, allein 529 davon aus Bochum, bei 411 noch unbesetzten Ausbildungsstellen. Allerdings decken sich Vorstellungen die Jugendlichen offenbar nicht immer mit den bereitstehenden Plätzen oder aber reichen ihre schulischen und persönlichen Fähigkeiten nicht aus, um eine Lehrstelle zu erhalten. Und nach wie vor scheint auch mangelndes Wissen über Berufe und Arbeitgeber ein Problem zu sein. „Bei den Informatikern haben wir erst drei Bewerbungen“, beklagt Bogestra-Sprecherin Sandra Bruns. In diesem Bereich sei ihr Arbeitgeber zwar nicht der erste Ansprechpartner für Schulabgänger. „Aber wir sind ein attraktiver Arbeitgeber mit einer Übernahmegarantie von 90 Prozent.“ Das sollte eigentlich locken.

 
 

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