Bogestra erzielt mit Werbung 900.000 Euro Einnahmen jährlich

Stefan Kober
Werbung aus vergangenen Tagen: Die Bochumer Brauerei Fiege zeigt auf einer Straßenbahn „Flagge“.
Werbung aus vergangenen Tagen: Die Bochumer Brauerei Fiege zeigt auf einer Straßenbahn „Flagge“.
Foto: VhAG Bogestra e.V.
Mit Werbung verdient die Bogestra rund 900.000 Euro jährlich. Nach ihren Angaben hat vor allem das Geschäft mit den Bussen „einen Schub bekommen“.

Bochum. Als rollende Litfass-Säulen fahren Busse und Bahnen der Bogestra seit Jahrzehnten durch Bochum und Gelsenkirchen. Für das ÖPNV-Unternehmen sei die Verkehrsmittelwerbung ein einträgliches Geschäft, erklärt Sprecher Christoph Kollmann: Rund 900.000 Euro erziele die Bogestra jährlich an Einnahmen auf diesem Weg. Eine Zahl, die nach Kollmanns Angaben seit mehreren Jahren mehr oder weniger auf gleichem Niveau liege. Aktuell seien rund 40 bis 60 Prozent der Busse und Bahnen ganz oder teilweise „beflaggt“.

Kollmann spricht von einer derzeit „guten Buchung“. Das Pfund, mit dem die Bogestra wuchern könne, seien die rund 400.000 Fahrgäste, die das Unternehmen täglich bewege und die mit der Werbung erreicht würden: „Im Fernsehen können Sie wegzappen, im Bus nicht“, sagt der Sprecher.

„Verkehrsmittelwerbung ist ein Riesenfeld“

Für den Kunden vom Handwerker bis zum Großunternehmen bietet die Bogestra unterschiedlichste Formate an, vom Seitenscheiben-Plakat bis zur Komplett-Beklebung eines Fahrzeugs, von einer Vertragslaufzeit von einem Monat bis zu mehreren Jahren. „Verkehrsmittelwerbung“, sagt Kollmann, „ist ein Riesenfeld.“ Dabei gehört ein Format wie die Seitenscheiben-Plakate für Bus und Straßenbahn zu den günstigsten Werbemöglichkeiten. Die Mindestlaufzeit liegt bei einem Monat, für vier Stück werden je zehn Euro für die Produktion und nochmal neun für das Anbringen und Wiederabnehmen fällig.

Nach oben hin ist preislich das Ende offen: Gelenkbusse müssen Kunden mindestens ein Jahr lang buchen. Das kostet dann 15.000 Euro jährlich für die Ganzbeklebung des Fahrzeugs inklusive 30 Prozent der Fensterfläche. Hinzu kommen 7000 bis 8000 Euro für die Herstellung, Montage und Demontage der Folien. Für eine Straßenbahn sind es 11.880 Euro jährlich für die Mietfläche, der Herstellungs- und Montagepreis ist identisch.

„Normale Verkehrsmittelwerbung ist plakativ, das ist interaktiv“

In jüngster Zeit habe vor allem das Geschäft mit den Bussen „einen Schub bekommen“, berichtet Kollmann. Die Bogestra experimentiere dabei auch mit besonderen Formaten, vor allem Heck-Aufklebern in unterschiedlichen Größen, die ab 1445 Euro pro Monat buchbar sind. Als „Innovation“ preist Kollmann Werbeträger wie die Swing Cards. Dabei handelt es sich um kleine Pappe-Flyer zum Mitnehmen, die an den Haltestangen hängen. Kunden könnten so bestimmte Aktionen bewerben oder auch Gewinnspiele anbieten. Für einen Schwung von 500 Stück, die solange hängen bleiben, bis sie vergriffen sind, werden rund 1200 Euro fällig. „Normale Verkehrsmittelwerbung ist plakativ, das ist interaktiv“, wirbt Kollmann in eigener Sache. Deutlich teurer wäre es, sogenannte Swing Ads, also feste Halteschlaufen mit Werbung zu mieten, was die Bogestra ebenfalls anbietet. 50 Stück kosten 1350 Euro pro Monat inklusive Produktion und Montage. Alle Preise verstehen sich jeweils zuzüglich Umsatzsteuer.

Dass die Höhe der Einnahmen seit Jahren eher konstant ist, erklärt Kollmann so: „Auch wir hängen vom Werbemarkt insgesamt ab.“ Auch die Bogestra merke, dass ein Großteil der Kunden-Budgets ins Internet abwandere, dass in der Branche ein stetes „Auf und Ab“ herrsche. In diesem schwierigen Umfeld behaupte sich die Bogestra dennoch seit Jahren: „Unser Ziel ist es, unsere Position zu halten und auszubauen.“