Bochums SPD muss auf Oberbürgermeisterin Scholz warten

Ottilie Scholz will erst Anfang 2015 entscheiden, ob sie bei der nächsten Wahl noch einmal antritt oder nicht.
Ottilie Scholz will erst Anfang 2015 entscheiden, ob sie bei der nächsten Wahl noch einmal antritt oder nicht.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Für viele war klar: Bochums Oberbürgermeisterin tritt 2015 am Ende ihrer Amtszeit ab. Ottilie Scholz indes teilte jetzt mit, dass sie erst nächstes Jahr entscheidet, ob sie aufhört oder sich erneut zur Wahl stellt. Die CDU gründete für ihre Kandidatensuche eine Findungskommission.

Bochum..  In knapp 300 Tagen wählen Bochums Bürger ein Stadtoberhaupt. Ob es ein neues wird, steht derzeit in den Sternen. Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) jedenfalls hält sich die Option einer Kandidatur offen. „Ich werde mich Anfang des Jahres entscheiden“, sagt sie. Am Wahltag, dem 13. September 2015, wäre sie 67 Jahre alt.

Wer die OB aber derzeit bei öffentlichen Aufritten erlebt, kann unschwer erkennen, dass sie ihr Amt, das sie 2004 als Nachfolgerin von Parteifreund Ernst-Otto-Stüber antrat, mit viel Freude ausübt. Und bis 2020, so lange wird das Amt vergeben, warten in Bochum immerhin viele attraktive Aufgaben: Eröffnet werden müssten Musikzentrum, Justizzentrum, Hochschule für Gesundheit und vielleicht auch ein neues Einkaufszentrum in der Innenstadt. Selbst die Entwicklung der Opel-Flächen könnte bis dahin Fahrt aufgenommen haben. Kurz: Scholz könnte ernten, was sie in den vergangenen Jahren unter teils großem Aufwand gesät hat. Hinzu kommt, dass die OB weiß, dass sie in weiten Teilen der Bevölkerung hohes Ansehen genießt und beliebt ist.

Eiskirch und Reinirkens in Lauerstellung

In der Partei sind nicht alle mit dieser Entwicklung zufrieden, die sich da am Horizont abzeichnet. Insbesondere die Vorsitzenden von Partei und Fraktion haben sich in den vergangenen Monaten in Stellung gebracht. Thomas Eiskirch (44) mischte sich gar in Belange der Fraktion ein, als er Peter Reinirkens (56) zurückpfiff, der auf Kosten der Steuerzahler der CDU frühzeitig einen Rechtsdezernenten zuschustern wollte.

Parteichef Eiskirch behandelt die OB-Wahl derzeit als geheime Kommandosache. Weder zum gewünschten Profil eines SPD-Kandidaten noch zum Zeitplan der Partei bezüglich der Kandidatenaufstellung wollte sich der Landtagsabgeordnete auf Anfrage der WAZ äußern. Am Montag (24.) müssten erst einmal die Chefs der Ortsvereine informiert werden.

CDU will bis Ostern Kandidaten vorstellen

Während die SPD, die seit dem Krieg immer den OB stellte, mit drei potenziellen Kandidaten eher ein Luxusproblem hat, gestaltet sich die Suche nach jemandem, der sich als Außenseiter in den Wahlkampf stürzt, bedeutend schwieriger. „Wir haben zur Auswahl unseres Kandidaten eine Findungskommission gegründet“, sagt Christian Haardt (49). Außer dem Kreisvorsitzenden sind unter anderen Bundestagspräsident Norbert Lammert (66), Ex-Ministerin Christa Thoben (73) und Dennis Radtke (35) mit der Suche beschäftigt. Am Ende soll es ein oder zwei Vorschläge geben. Haardt. „Noch vor Ostern wollen wir dann unseren Kandidaten küren.“ Ziel der CDU sei, „ein überzeugendes Angebot an die Wähler zu machen“.

Der Kandidatur einer 67-jährigen Scholz sieht Haardt gelassen entgegen. „Es ist zwar immer schwer, gegen Amtsinhaber anzutreten. Letztlich aber entscheiden Wähler sich für die Partei, die Überzeugendes für die Zukunft bietet.“

 
 

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