Bochums Rathaus-Koalition plant Arbeitsgruppe Flüchtlinge

Andreas Rorowski
Auch mit Flüchtlingsunterkünften dürfte sich die Arbeitsgruppe befassen. Mittelfristig soll es in Bochum sechs Einrichtungen dieser Art geben. Sie sollen über das gesamte Stadtgebiet verteilt sein.
Auch mit Flüchtlingsunterkünften dürfte sich die Arbeitsgruppe befassen. Mittelfristig soll es in Bochum sechs Einrichtungen dieser Art geben. Sie sollen über das gesamte Stadtgebiet verteilt sein.
Foto: WAZ
Die jüngsten Ereignisse um das Aufnahmelager im Stadtteil Linden, hat Politiker der SPD und der Grünen bestätigt, dass die Gründung einer Arbeitsgruppe Flüchtlinge überfällig ist. Sie hoffen in der nächsten Sitzung des Sozialausschusses auf eine breite Unterstützung für ihren Antrag.

Bochum. Die Rathaus-Koalition von SPD und Grünen wird in der Sitzung des Sozialausschusses am 7. November den Antrag einbringen, eine Arbeitsgruppe Flüchtlinge einzurichten, für die sie auf breite Unterstützung über alle Parteigrenzen hinweg hofft.

Sie soll mit Fachleuten aus Verwaltung, Politik und Organisationen besetzt sein und dafür sorgen, dass Flüchtlinge in der Stadt gut betreut, Probleme frühzeitig erkannt und auf kurzem Weg gelöst werden. In den vergangenen Monaten habe es Vorgespräche mit Organisationen wie Flüchtlingsrat, Medizinische Flüchtlingshilfe und anderen gegeben.

Anfragen für Spenden und Hilfen

Aus Sicht der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Astrid Platzmann-Scholten muss es an dem Runden Tisch auch um ein Ehrenamt-Management geben. Anfragen für Spenden und Hilfen oder Absprachen könnten so besser koordiniert werden. Das sei eine kommunale Aufgabe, für die es eine Stelle geben müsse.

„Die Notwendigkeit einer solchen AG ist nicht von der Hand zu weisen“, so Platzmann-Scholten vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklung im Aufnahmelager Linden. Dass am Montag nach mehr als dreiwöchigen Aufenthalt 145 Flüchtlinge von dort „aus logistischen Gründen“ kurzfristig nach Essen verlegt wurden, wo sie nach drei bis vier Tagen wieder auf andere Städte verteilt werden sollen, sei „ein Scherz“. Es könne nicht darum gehen, die Flüchtlinge nur zu verwalten. „Wir müssen auch einen Blick dafür haben, was sie durchgemacht haben und was sie beschäftigt.“