Bochums Kulturdezernent Townsend reagiert auf PCB-Debatte und verspricht Hilfe

Michael Townsend hat den Schülern und Lehrern des Neuen Gymnasiums Bochum Hilfe versprochen. „Kosten spielen dabei keine Rolle“, verkündete der Kulturdezernent. Foto: Ingo Otto
Michael Townsend hat den Schülern und Lehrern des Neuen Gymnasiums Bochum Hilfe versprochen. „Kosten spielen dabei keine Rolle“, verkündete der Kulturdezernent. Foto: Ingo Otto
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Bochum. Der Schuldezernent Michael Townsend verspricht alles zu tun, um Schüler und Lehrer des Neuen Gymnasiums Bochum zu schützen. Die Stadt reagierte damit auf die Debatte über eine mögliche Schadstoffbelastung durch PCB.

Schüler und Lehrer des Neuen Gymnasiums Bochum (NGB), die bislang in der ehemaligen Erich-Kästner-Schule (EKS) untergebracht sind, sollten Michael Townsend beim Wort nehmen. „Wir kümmern uns. Ohne Wenn und Aber, Kosten spielen keine Rolle“, sagte der Schuldezernent am Dienstag in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz.

Die Stadt reagierte damit auf die Debatte über eine mögliche Schadstoffbelastung der Schule – die Rede ist von PCB, Schimmelpilzen und krebserzeugenden künstlichen Mineralfasern (KMF). Lehrer und Schüler klagten nach einem Jahr in der Schule über Kopfschmerzen, Müdigkeit und Haarausfall. Die WAZ hatte dies öffentlich gemacht.

Und so will die Stadt Townsend zufolge vorgehen:

Raumluft

In den kommenden Tagen werden die Räume der EKS nach DIN gemessen. Zuerst diejenigen Räume, die vor der Sanierung 2010 die höchsten Werte aufgewiesen hatten. Die Räume werden ungelüftet gemessen. Ein Klassenzimmer allerdings soll unter alltagstypischen Bedingungen betrachtet werden (Tür, auf, Tür zu, Leute rein, Leute raus).

Die Ergebnisse sollen Anfang übernächster Woche vorliegen und nicht nur von dem durchführenden Hygieneinstitut Gelsenkirchen, sondern auch von einem zweiten Gutachter bewertet werden.

Schimmelpilze

Hier wurden bereits in Räumen mit Wassereinbruch bei einer ersten Begehung am Montag (WAZ berichtete) Proben vom städtischen Gesundheitsamt genommen.

Mineralfasern

Hier sieht die Stadt keinen Handlungsbedarf. Alle KMF seien fest eingebaut – in Decken, Wänden oder Brandschutztüren. Townsend: „Die Fasern sind ungefährlich, solange sie nicht frei werden.“

Ungeziefer

Auch hier sieht die Stadt keinen Handlungsbedarf. Es seien lediglich fünf Fälle bekannt: Eine Ratte und vier Mäuse. Das sei völlig normal.

Michael Townsend stellte aber auch klar, dass die Stadt nur handeln werde, wenn der Grenzwert von 300 Nanogramm PCB pro Kubikmeter überschritten werde. Dr. Ralf Winter, der Leiter des Gesundheitsamtes, diente dabei als Kronzeuge. Schäden am Nervensystem verursache PCB – langfristig – erst ab Werten von 300 000 ng/m³, „toxikologisch unproblematisch“ seien 3000. Die NRW-Richtlinie sei mit 300 ng/m³ daher sehr streng. Die aufgetretenen Symptome könnten auch auf schlechte Raumluft zurückzuführen sein. In den Ferien werden die Klassenräume daher so hergerichtet, dass künftig alle Fenster zu öffnen sind. Was bislang nicht der Fall war.

 
 

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