Bochum

Bochumer Wirt plant Gebühren für Tisch-Reservierungen. Der Grund sind dreiste Gäste

Florian Ring
Adrian Dellwig (links) denkt darüber nach, für Reservierungen eine Anzahlung einzufordern
Adrian Dellwig (links) denkt darüber nach, für Reservierungen eine Anzahlung einzufordern
Foto: Funke Foto Services
  • Immer mehr Gäste lassen Reservierungen verfallen ohne abzusagen
  • Anzahlung eine mögliche Lösung
  • Im „Mutter Wittig“ appelliert man an die Fairness

Bochum. Diese Entwicklung gefällt den Gastronomen im Revier so gar nicht: Immer mehr Gäste nehmen ihre Tisch-Reservierungen nicht wahr - ohne abzusagen. Deswegen denken einige Restaurants nun darüber nach, Anzahlungen zu verlangen.

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Dies gilt unter anderem für die Traditionsgaststätte „Mutter Wittig“ in Bochum. „An den Weihnachtstagen im letzten Jahr sind zehn bis zwölf Prozent der Gäste, die bei uns reserviert hatten, einfach nicht gekommen“, erklärt Geschäftsführer Adrian Dellwig (41).

Weihnachtsfeier für 30 Personen in drei Restaurants gebucht

Das bedeutet natürlich erhebliche Umsatzeinbußen. „So sind einige Tische leer geblieben, obwohl wir eine lange Warteliste hatten. Das hat mich zum Nachdenken gebracht.“

Daraufhin traf sich Dellwig mit etwa 20 anderen Gastronomen aus Bochum und Hattingen, um eine Lösung für dieses Problem zu finden. „Dabei hat sich herausgestellt, dass eine Dame eine Weihnachtsfeier für 30 Personen in drei verschiedenen Restaurants gebucht und sich am Ende spontan für eines entschieden hat. Abgesagt hat sie den anderen aber nicht. Das geht gar nicht!“

Ende des Jahres wird Entscheidung getroffen

Herausgekommen ist dann die Idee einer Anzahlung für Tisch-Reservierungen. „Die Gäste würden dann im Vorhinein einen Verzehrgutschein über 25 bis 30 Euro erwerben, den sie anschließend beim Essen einlösen können“, so Dellwig.

Diese Variante würde für ihn und seine Mitarbeiter natürlich deutlich mehr Aufwand bedeuten. Deswegen versucht er den Leuten erst einmal ins Gewissen zu reden. „Wir wollen an ein faires Miteinander appellieren, verteilen Flyer und stellen Tischkarten auf.“

Im Dezember wird sich dann entscheiden, ob es im „Mama Wittig“ künftig eine Anzahlung für Tisch-Reservierungen geben wird.

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