Bochum

Bochumer Traditionsgeschäft macht nach 45 Jahren dicht – „Es ist nicht mehr länger tragbar“

Das „Elektronik Wunderland“ macht nach 45 Jahren dicht.
Das „Elektronik Wunderland“ macht nach 45 Jahren dicht.
Foto: Elektronik Wunderland

Bochum. „Man soll immer gehen, wenn es am Schönsten ist...“: Mit diesen Worten beginnt das „Elektronik Wunderland“, sich aus Bochum zu verabschieden. 45 Jahre lang führte Familie Schmitt das Familienunternehmen im Ruhrgebiet. Jetzt ist Schluss.

Der Ausverkauf an der Dorstener Straße ist gestartet. Doch weiterleben soll der Elektronikhandel aus Bochum im Online-Geschäft.

Geschäftsführer Thomas Schmitt (61) blicke mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf die Zeit zurück, wie er erzählt und erinnert sich an glorreichere Jahre: Sieben Filialen gab es mal vom „Elektronik Wunderland“

Fünf alleine in Bochum, eine in Bergkamen und noch eine in Oer-Erkenschwick. 30 Mitarbeiter hatte er in der Spitze, erzählt er im Gespräch mit DER WESTEN. Die Geschäfte übernahm er von seinem Vater, der im Januar 1974 den ersten Laden eröffnete.

Bochum: Traditionsgeschäft „Eletronik Wunderland“ schließt nach 45 Jahren

Geblieben bis heute: die Filiale an der Dorstener Straße und ein weiterer Mitarbeiter. Doch auch diese wird nun schließen. „Mit dem Wachstum des Internets ging der Umsatz stetig zurück“, erklärt er.

„Selbst eine Filiale allein hält sich nicht mehr am Leben. Es ist nicht mehr länger tragbar“.

Alle kleineren Geschäfte gingen am Stock, man schaue sich nur den Leerstand in vielen Großstädten im Ruhrgebiet an, meint er. Das Problem, das der 61-Jährige dabei sieht: zur Beratung kommen sie gerne, gekauft werde dann im Internet. „Uns fällt es sehr schwer“, sagt er zu der Entscheidung dichtzumachen.

Mit dazu bewogen hat ihn aber auch der Zustand der Dorstener Straße, der immer schlechter werde. Nicht selten fand er in der Vergangenheit wilde Müllkippen vor seiner Tür.

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Bis zum 29. Juni wird es den Ausverkauf geben. Die Kunden können sich dann auf Rabatte bis zu 50 Prozent freuen. „Da kann jeder dann nochmal sein Schnäppchen machen“, sagt er und lacht.

Was das „Elektronik Wunderland“ so besonders mache? Dass noch spezielle Artikel verkauft werden, die es so längst nicht mehr als Massenware in den größeren Kaufhäusern gebe, so Schmitt. Wie etwa ganz bestimmte Widerstände, Schalter, Stecker etc. was seine treuen Stammkunden sehr schätzten.

Ausverkauf bis zum 29. Juni 2019

Die Info über die Schließung wurde auch in einer Bochumer Facebook-Gruppe geteilt. Der 61-Jährige habe sich über die vielen positiven Kommentare gefreut, bei denen Nutzer in Erinnerung schwelgten. „Das fand ich sehr rührend“, sagt er.

Onlinehandel bleibt erhalten

Wenn du weiterhin etwas bei „Elektronik Wunderland“ kaufen willst, dann kannst du das über die Homepage unter www.elektronik-wunderland.de machen. Neben dem Onlinehandel soll aber auch eine Anlaufadresse in Bochum gefunden werden, wo bestellte Eletronikartikel abgeholt werden können. Dort sucht der Inhaber derzeit aber noch nach geeigneten Räumen.

 
 

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