Bochumer Tierheim begeht Welttierschutztag mit Aktionen

Dorte Huneke-Nollmann
Frisch vermittelt ist Parsson-Jack Russel-Terrier „Kalle“ an seine neue Besitzerin Nadine Rosendahl (39).
Frisch vermittelt ist Parsson-Jack Russel-Terrier „Kalle“ an seine neue Besitzerin Nadine Rosendahl (39).
Foto: FUNKE Foto Services
  • Mandela Keita vom Bochumer Tierpark hat ein Hör-Memory für Kinder mitgebracht
  • Daneben liegen die ernsteren Informationen: über geschmuggelte Tiere und Tiermaterialen
  • Neben zehn festangestellten Mitarbeitern helfen zahlreiche ehrenamtliche Kräfte bei der Arbeit mit

Bochum.  Brigitta Gemke ist verliebt – in Hector, der liebevoll Hecki genannt. Hecki ist drei Jahre alt und eine argentinische Bulldogge. „Vor einer Woche haben mein Mann und ich Hecki hier zum ersten Mal gesehen“, erzählt Gemke beim Tag der Offenen Tür im Bochumer Tierheim. „Der hat es uns angetan.“

Hector ist einer von derzeit 26 Hunden, die im Bochumer Tierheim leben. „Vor drei Wochen waren es noch 40! Wir haben also gut vermittelt“, freut sich Angela Nieswand, erste Vorsitzende des Tierschutzvereins. „Wir freuen uns immer sehr, wenn ein Tier ein Zuhause findet.“

Infostände am Außengelände

Anlässlich des Welttierschutztages sind an diesem Tag zahlreiche Infostände auf dem Außengelände aufgebaut. Von einem Hamsterhilfe-Verein bis zu Schmuckstücken, die aus Tierfellresten hergestellt wurden, sind verschiedene Initiativen und Organisationen vertreten. Auf einer Wiese grast Egon, das einzige Schaf im Heim. Vielleicht gibt es bald auch Reiher, denn dank Spenden konnte die Jugendgruppe des Tierheims kürzlich ein Biotop anlegen. Ansonsten sei das Spendenaufkommen nicht üppig. „Mehr Geld für den Tierschutz ist immer gut“, fasst Veterinär Karan Malla knapp zusammen.

Mandela Keita vom Bochumer Tierpark hat ein Hör-Memory für Kinder mitgebracht, bei dem kleine verschlossene Dosen nach Schüttelgeräusch sortiert werden sollen. Daneben liegen die ernsteren Informationen: über geschmuggelte Tiere und Tiermaterialen. „Es gibt Leute, die exotische Tiere sammeln“, so Mandela Keita. Deshalb werden Krallenaffen und diverse Papageienarten immer wieder aus anderen Ländern eingeschmuggelt, um sie hier für teures Geld zu verkaufen. „Solange es Käufer gibt, wird das nicht aufhören.“ Dass Menschen Tiere als Überraschung verschenken oder sich spontan für ein Tier entscheiden, das hat ebenfalls noch nicht aufgehört. „Menschen, die ein Tier zu sich nehmen, sollten Zeit haben, sich um das Tier zu kümmern“, so Angela Nieswand. „Bevor sie das Tier kaufen, sollten sie zudem alle Sachen angeschafft haben, die das Tier braucht.“

Neben den zehn festangestellten Mitarbeitern im Tierheim helfen zahlreiche ehrenamtliche Kräfte bei der Arbeit mit. So betreut die Katzenpsychologin Nicole Guth das Katzenserviceteam. „Wir besuchen Katzenbesitzer zu Hause, wenn sie Probleme mit ihren Tieren haben“, erklärt Guth. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass ein Tier abgegeben wird. „Eine Katze will schließlich nicht als Wanderpokal herumgereicht werden.“

Tierärztin betreut Reptilien

Die Tierärztin Birgit Malla betreut ehrenamtlich 42 Reptilien – vom Leopardengecko über Schlangen bis zur Strahlenschildkröte. „Die Tiere werden unbedacht gekauft und dann einfach ausgesetzt. Weil sie aber keine heimische Art sind, sollten sie nicht draußen sein.“

Hector wird, wenn alles gut geht, bald sehr viel draußen sein. Denn Familie Gemke wohnt direkt am Wald. „Ideal!“, freut sich Nieswand.