Bochumer Stadtbad schließt nach Rohrbruch für immer

Das Stadtbad bleibt geschlossen – verheerend für die Immobilie Stadtbad-Galerie.
Das Stadtbad bleibt geschlossen – verheerend für die Immobilie Stadtbad-Galerie.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Bochum. Nach einem Rohrbruch Ende Juli blieb das Bad geschlossen; der Betreiber verwies stets auf den Trocknungsvorgang, der „aufwendiger“ sei als erwartet. Nun führt er erstmals wirtschaftliche Gründe an, warum sich ein Weiterbetrieb nicht lohne, und schiebt sogar der Stadt eine Mitschuld zu: „Ich bin sehr enttäuscht, dass ein sehr modernes Bad schließen muss, weil es uns trotz jahrelanger Bemühungen nicht gelungen ist, das Schulschwimmen im Stadtbad in dem erforderlichen Umfang zu erweitern. Ohne das erweiterte Schulschwimmen hätten wir das Bad nur mit immensen Zuschüssen betreiben können“, soweit Xaver Majewski für die „sfm-sport- und freizeit management GmbH“.

Betreibergesellschaft DIC wollte Erweiterung des Schulschwimmens

Dazu Thomas Sprenger, Sprecher der Stadt: „Wir hatten einen langjährigen Vertrag mit dem privaten Betreiber, wonach morgens zwei und abends eine Bahn dem Schulschwimmen vorbehalten waren. Die Betreibergesellschaft wollte eine Erweiterung, doch warum sollten wir darüber hinaus investieren zugunsten eines Privatunternehmens, das dann zu Lasten der Lehrschwimmbecken ginge?“ Das Schulschwimmen sei auch ohne diese zwei Bahnen stadtweit gesichert.

Der Vertrag zwischen DIC und sfm-sport hätte Ende des Jahres ohnehin planmäßig erneuert werden müssen, da „ist es vernünftig und im Interesse aller Beteiligten, die Zwangsschließung beizubehalten“, so heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. „Die Investitionen, um nicht nur den Wasserschaden zu beseitigen, sondern auch einen langfristigen Betrieb des Schwimmbades sicherzustellen, wären erheblich“, soweit Antonia Green von der Münchener Pfaff Kommunikation, die für den Eigentümer DIC die Öffentlichkeitsarbeit macht.

Immer wieder klafften Leerstände in der Stadtbadgalerie

Was die Badschließung indes für die Zukunft der Stadtbadgalerie bedeutet, darüber verhängte DIC gestern einen Maulkorb. Die Immobilie war nie ganz auf die Beine gekommen, immer wieder klafften Leerstände und wechselten die Mieter der Ladenlokale. Allein als Bürostandort macht die Stadtbadgalerie als Turm eine ganz gute Figur. Zuletzt keimte Hoffnung für den Standort auf, als sich Gerüchte verdichteten, dass dort ein Supermarkt das gesamte Erdgeschoss nutzen werde. Doch auch dies ist offenbar alles andere als spruchreif. Ein Sprecher sagte gestern nur so viel: „Es werden jetzt alle Optionen geprüft.“ Darunter auch der Verkauf der Immobilie.

 
 

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