Bochumer SPD diskutiert über die „Rettung Europas“

Sven Westernströer
Thomas Eiskirch (SPD)
Thomas Eiskirch (SPD)
Foto: WAZ FotoPool
Ist Europa noch zu retten? Rund um diese Frage entspannte sich beim Unterbezirksparteitag der SPD im Jahrhunderthaus eine interessante, beinahe nachdenkliche Diskussion

Bochum. Nicht viel weniger als die „Rettung Europas“ hatten sich die Bochumer Sozialdemokraten bei ihrem Unterbezirksparteitag im Jahrhunderthaus auf die Tagesordnung geschrieben – und zwischen Frikadellen und Kartoffelsalat entspannte sich rund um das umfassende Europa-Thema eine interessante, beinahe nachdenkliche Diskussion.

„Ist Europa noch zu retten?“ Unter diese provokante Frage hatte der Landtagsabgeordnete Thomas Eiskirch die Diskussion gestellt. Dabei war es spannend zu sehen, auf welch unterschiedliche Weise sich die Gäste auf dem Podium dieser komplexen Frage nähern: Jürgen Mittag, Vorsitzender der Europa-Union Bochum, stellte eher die volkswirtschaftlichen Aspekte einer Griechenland-Rettung in den Mittelpunkt.

„Versagt haben wir alle“, meinte er, „nicht nur die viel gescholtenen Sünderstaaten.“ Als nahezu einzige Lösung sieht er den Aufbau einer einheitlichen europäischen Wirtschaftsregierung, die „tief in die nationalen Rechte eingreifen“ müsse. „Europa braucht ein neues Denken, keine neuen Verträge.“ Das „Duell“ zwischen den Finanzmärkten und der Politik beäugt Mittag kritisch.

„Chance für eine künftige europäische Generation“

Anders der Ansatz des zweiten Redners: Andreas Neukirch, Vorstandsmitglied der GLS-Bank, näherte sich dem Thema auf fast philosophische Weise. Neukirch mahnte an, die Krise „als Chance für eine künftige europäische Generation“ zu nutzen. Ähnlich sah es auch Eva Faulenbach vom Arbeitskreis Europa der SPD: „Europa kann nur funktionieren, wenn es von genügend jungen Menschen getragen wird“, meinte sie. „Es braucht mehr als eine Generation, bis ein gemeinsames Europa gelebt werden kann.“