Bochumer Skater-Bahn stößt bei Naturfreund auf Widerstand

Julia Demming
Die Arbeiten für den 2. Teil der Skaterstrecke rund um den See haben im Februar auf Bochumer Gebiet begonnen.
Die Arbeiten für den 2. Teil der Skaterstrecke rund um den See haben im Februar auf Bochumer Gebiet begonnen.
Foto: Fischer / WAZ FotoPool
Die Skater-Bahn am Kemnader Stausee stößt bei unserem Leser Wolf Klusmeier auf Widerstand. „Die Idylle ist weg“, sagt er. „Da wurden auf beiden Seiten mindestens hundert Bäume gefällt.“ Im Oktober 2013 soll der Rundkurs fertig sein - Klusmeier sieht darin eine Bedrohung für die Tierwelt.

Bochum. Bahn frei für die Inlineskater am Kemnader See – dieses Motto stößt nicht bei allen auf Verständnis: „Die Idylle ist weg“, sagt unser Leser Wolf Klusmeier und meint die gefällten Bäume, die in den letzten Wochen der neuen Skaterbahn weichen mussten.

Stellenweise wird entlang des Ufers ein separater Weg für die Skater verlegt, in anderen Bereichen wird der bestehende Radweg verbreitert, damit Fußgänger, Radfahrer und Skater sich in Zukunft auf den elf Kilometern Rundweg um das Gewässer nicht länger in die Quere kommen.

„Das ist schlimm, wenn man die Natur gern hat“

Die Umbauarbeiten kämen allerdings nur einer kleinen Gruppe zugute und brächten unnötige Schäden für die Natur mit sich, sagt Klusmeier, der auch im Winter zweimal wöchentlich zum Nordic Walking in das Naherholungsgebiet kommt: „Das ist schlimm, wenn man die Natur gern hat. Da wurden auf beiden Seiten mindestens hundert Bäume gefällt, gesunde Bäume.“ Auch für die Tierwelt am See sieht er eine Bedrohung: Vögel müssen weichen, wenn es weniger Bäume gibt; außerdem werde der Weg teilweise mitten durch Wiesen gezogen, wo einstmals Schafe im Sommer weiden konnten.

Wilfried Perner, Geschäftsführer des Freizeitzentrums Kemnade GmbH, versichert jedoch, dass die Fällung mit Bedacht geschehe, auch die Mengenangabe Klusmeiers hält er für übertrieben, wenngleich er sich nicht auf eine Zahl festlegt. „Wir versuchen, möglichst wenige Bäume zu fällen, an manchen Stellen lässt es sich aber nicht vermeiden. Dafür pflanzen wir an anderer Stelle neue.“

In sanfter Kurve herum legen

Die Gewährleistung der Sicherheit auf den Wegen sei ein Grund für die Fällung, wenn Baumwurzeln bereits den Asphalt hochdrücken oder um auf den neuen Streckenabschnitten einen Sicherheitsabstand zum Wegesrand einzuhalten. Selbst dann jedoch sei die Fällung nicht die erste Maßnahme der Wahl: „Wenn wir bei der Planung sehen, dass der Weg auf eine Baumreihe oder ein Gebüsch zuläuft, versuchen wir nach Möglichkeit, ihn in sanfter Kurve um sie herum zu legen“, so Perner.

Die Entstehung eines gesonderten Weges für Inlineskater und die umfangreiche Installation von Beleuchtung sieht er als geeignetes Mittel, um den See als touristisches Ziel attraktiver zu machen. Außerdem seien die Maßnahmen der Sicherheit aller Ausflügler dienlich.