Bochumer Schüler lernen und tun dabei Gutes

Bianca und Florian von der Willy-Brandt-Gesamtschule entfernen unter Anleitung von Floristikmeisterin Frauke Dembler (Mitte) Unkraut.
Bianca und Florian von der Willy-Brandt-Gesamtschule entfernen unter Anleitung von Floristikmeisterin Frauke Dembler (Mitte) Unkraut.
Foto: FUNKE Foto Services
Beim Verein „Durchstarten“ erlangen Schüler aktiv Einblicke ins Berufsleben. In Langendreer verschönerten sie dabei das Stadtbild – ein positiver Nebeneffekt.

Langendreer.. Marcel Bücher kniet sich richtig ‘rein. Der 16-Jährige hockt in einem Blumenbeet an der Alten Bahnhofstraße in Langendreer-Dorf und rupft Unkraut aus. Wenn er damit fertig ist, wird neu gepflanzt. „Das ist genau mein Ding“, sagt Marcel, der die neunte Klasse der Erich-Kästner-Gesamtschule in Querenburg besucht, und später einmal Landschafts- und Gartenbau betreiben will.

Da kommt ihm das Projekt des Vereins „Durchstarten“ gerade recht. Der bietet Schülern, die vor dem Übergang ins Berufsleben stehen, berufsorientierte Workshops an. So wie gestern in Langendreer, in Kooperation mit der Werbegemeinschaft Alter Bahnhof, die sich über einen positiven Nebeneffekt freut. Denn die teilnehmenden Schüler verschönern sechs Blumenbeete entlang der Alten Bahnhofstraße und lernen dabei praktisch etwas über Landschafts- und Gartenbau.

Die Beete ließ sich die Werbegemeinschaft vorher von der Stadt freigeben und hat sie nun dauerhaft „an der Backe“. „Durch die Aktion heute bekommen wir erstmal Grund rein“, freut sich Stadtteilmanager Karsten Höser, der darauf hofft, dass sich die Geschäftswelt nun künftig an der laufenden Pflege beteiligen wird. „Immerhin gab es schon viel positive Resonanz und auch Unterstützung“, ist Höser guter Dinge, dass das aufgehübschte Dorf auch in Zukunft schön bleibt.

Finanzierung über Spenden

Insgesamt zwölf Schüler nutzen das Angebot von Durchstarten e.V. und greifen freiwillig – in ihrer Freizeit – zu Handschuhen, Harke und Hacke, um für neue Blumenpracht zu sorgen. Fachlich unterstützt werden sie dabei von Frauke Dembler. Die 44-jährige Floristikmeisterin aus Langendreer zeigt den Jugendlichen, worauf sie achten müssen. Sie ist voll des Lobes über den Einsatz, aber auch die Projekte von Durchstarten e.V.: „Die Schüler sind ganz anders motiviert, als wenn sie nur irgendein Praktikum absitzen müssen.“ Bei ihr lernen sie, dass man sich beim Gärtnern die Hände schmutzig macht – und dass das Wetter keine Rolle spielt.

Den Verein „Durchstarten“ gibt es jetzt seit zweieinhalb Jahren. Seinen Sitz hat der Verein, der sich über Spenden und Stiftungsgelder finanziert, in Langendreer. Er agiert aber ruhrgebietsweit, etwa auch in Duisburg oder Dinslaken. Berufsorientierte Projekte gibt es nicht nur in Sachen Garten- und Landschaftsbau, sondern auch in den Berufssparten Floristik, Friseur, Gastronomie und bald auch Dachdecker. Angesprochen sind aktuell vor allem Haupt- und Gesamtschüler. „Wir planen aber auch Projekte für Gymnasiasten“, sagt Radoslaw Smilgin (32), der zum 17-köpfigen Team aus Ehrenamtlichen gehört.

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