Bochumer Polizeibehörde verliert bis 2020 rund zehn Prozent der Mitarbeiter

Auf sie kommt viel Arbeit mit der künftigen Personalplanung zu: Die Bochumer Polizeipräsidentin Diana Ewert auf dem Hof des Präsidiums an der Uhlandstraße.
Auf sie kommt viel Arbeit mit der künftigen Personalplanung zu: Die Bochumer Polizeipräsidentin Diana Ewert auf dem Hof des Präsidiums an der Uhlandstraße.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Die Bochumer Polizei wird bis zum Jahr 2020 rund zehn Prozent ihrer Mitarbeiter verlieren. Das vermutet die Behördenleitung. Hintergrund ist der demografische Wandel: Bis 2020 werden rund 300 Polizisten aus Altersgründen aus dem Dienst ausscheiden. Die Belastung der verbleibenden Beamten steigt.

Bochum.. Die Polizei könnte in einigen Jahren rund zehn Prozent ihrer Belegschaft verlieren. Diese eigene Einschätzung erklärte sie jetzt auf eine entsprechende Anfrage von FDP-Stadtrat Felix Haltt zur Zukunft der Polizei. Wie die Polizeiführung am Montag auf WAZ-Anfrage mitteilte, werden zwischen 2015 und 2020 rund 300 Mitarbeiter aus Altersgründen aus dem Dienst scheiden. Wie viel genau neu eingestellt werden, ist aber noch unklar. Bis vor gut einem Jahr haben im Bochumer Polizeibezirk – dazu gehören auch Herne und Witten – 1919 Polizeikräfte gearbeitet: 1470 Männer und 449 Frauen. Ihr Durchschnittsalter beträgt 45 Jahre. Sollte die Prognose zur Personalentwicklung zutreffen, würde die Polizei nach den nächsten sechs Jahren auf fast 200 Stellen verzichten müssen.

Felix Haltt hatte seine Anfrage aus der Befürchtung heraus gestellt, dass die Polizei nicht mehr hinreichend ihre Aufgaben erledigen könnte. Und auch nicht mehr genug Präsenz auf der Straße zeigen könnte. Diese Sorge wies ein Polizeisprecher gestern zurück: „Das Ziel unserer Bemühungen ist es, die Sicherheit und den Service für unsere Bürger in Bochum, Herne und Witten auch in Zukunft in gewohnter, gleichbleibend hoher Qualität zu gewährleisten.“

Effizienz der polizeilichen Arbeitsabläufe soll verbessert werden

Die Polizei bereitet sich auf die prognostizierte demografische Entwicklung und den sinkenden Personalbestand mit mehreren Maßnahmen vor. „Wir befinden uns in einem Dialogprozess zwischen den einzelnen Direktionen unserer Behörde“, sagte der Polizeisprecher. Damit soll die Effizienz der polizeilichen Arbeitsabläufe verbessert werden. „Unsere Mitarbeiter werden fortlaufend über den Dialogprozess informiert. Unserer Personalvertretungen wurden von Anfang an beteiligt.“ Genaue Maßnahmen konnte die Polizei am Montag aber noch nicht mitteilen, beziehungsweise sind noch gar nicht vereinbart worden.

Die personellen Veränderungen werden mit neuen Belastungen für die Polizeibeamten verbunden sein. Deshalb will die Polizeiführung verstärkt auf das „Gesundheitsmanagement“ der Behörde setzen. Dabei sollen Kriterien wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die „schonende“ Gestaltung von Schichtdiensten und Angebote zur Vorbeugung vor Gesundheitsproblemen eine wesentliche Rolle spielen.

Erst vor wenigen Wochen hatte sich der Chef der Bochumer Gewerkschaft der Polizei, Holger Richter, in der WAZ zum Thema Personalmangel geäußert: „Durch ständig neue Aufgaben wird die Polizei trotz immer älter werdender Kolleginnen und Kollegen in einem Höchstmaß herausgefordert. Dem muss seitens der Politik entgegengewirkt werden mit Neueinstellungen, damit der Qualitätsansatz bestandsfähig bleibt. Denn nichts sehnlicher wünscht sich die Polizei auch für die Zukunft, Täter immer und überall ergreifen zu können.“

 
 

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