Bochumer Politikerin soll Polizisten als „Scheiß Ossis“ beschimpft haben

Dietmar Seher
Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen (Linke) hat Ärger mit der Polizei.
Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen (Linke) hat Ärger mit der Polizei.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Angeblich hat die Bochumer Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen Polizisten, die ihr den Zugang zum Reichstag verwehrten, unflätig beschimpft. Eine Anzeige gegen sie liegt vor. Die Linke-Politikerin aber beschreibt den Vorfall ganz anders und schaltete einen Anwalt ein.

Berlin. Sevim Dagdelen hat Ärger. Die Bochumer Abgeordnete sieht sich mit dem für ein Mitglied der Linken ja wohl ungewöhnlichen Vorwurf konfrontiert, sie habe Polizisten aus Sachsen vor dem Reichstag als „Scheiß Ossis“ beschimpft. Eine entsprechende Anzeige liege bei der Staatsanwaltschaft vor, berichtet „Bild“. Dagdelen hat einen Anwalt eingeschaltet.

Peinlicher Ausrutscher? Oder einfach nur falsch? Letzteres behauptet die 38-jährige MdB – und erzählt die Geschichte anders.

Hämische Kommentare

Am Tag des Obama-Besuchs in Berlin, am 19. Juni, hätten Polizeibeamte am abgesperrten Reichstag sie nicht in ihr Büro gelassen. „Auf meinen Vorbehalt unter Vorlage meines Abgeordnetenausweises wurde meine Abgeordneteneigenschaft wegen des türkisch klingenden Namens mit hämischen Kommentaren in Zweifel gezogen.“

Dagdelen sagt, sie sei „ruhig und sachlich“ geblieben, habe den Vorgesetzten sprechen wollen. Das sei ihr verweigert worden. Die angekündigte Dienstaufsichtsbeschwerde hat sie aber auch nicht gestellt „aufgrund anderweitiger Auslastung“. „Ich kann versichern, dass ich keine Polizeibeamte als ,Scheiß Ossis’ beschimpft habe, weder wörtlich noch sinngemäß“, erklärt sie. Und: „Alle Ostdeutschen können versichert sein, dass ich keinen Ostdeutschen als ‘Scheiß Ossi’ beschimpfe.“