Bochumer Musikhaus soll Generationen inspirieren

Blick in den Konzertsaal mit der Konzertinsel, auf der das Orchester und die Chorsänger zu erkennen sind.
Blick in den Konzertsaal mit der Konzertinsel, auf der das Orchester und die Chorsänger zu erkennen sind.
Foto: Ingo Otto
Freitagabend wurde das Anneliese Brost Musikforum offiziell eröffnet. NRW-Bauminister Michael Groschek überbrachte die Grüße der Landesregierung.

Bochum.. Nach der Donnerstags-Eröffnung „für das Volk“ putzte sich Freitagabend das Anneliese Brost Musikforum Ruhr „für die Promis“ heraus. Über den Blauen, nicht den Roten Teppich erreichten die geladenen Gäste das neue Haus. Der Effekt war derselbe: staunende Gesichter allerorts beim Eintritt ins hohe und festlich-helle Foyer, dem ehemaligen Kirchenschiff von St. Marien. „Booh-ey!, habe ich gedacht, als ich ‘reinkam!“, gab Landes-Bauminister Michael Groschek unumwunden zu.

Großer Applaus für Alt-OB Scholz

Bochum als „Blume im Revier“ (Herbert Grönemeyer) gab sich am Freitagabend ganz weltläufig, und hat seine berühmte Bodenständigkeit natürlich doch nicht verleugnet. Das Musikforum wurde als Haus von Bürgern für die Bürger eröffnet; auf „abgehobenen“ Glanz wartete man vergeblich.

Bundestagspräsident Nobert Lammert, Landtagspräsidentin Carina Gödecke, Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck, Michelle und Franz Müntefering, Herbert Grönemeyer, und, und, und: Staunen bei der Prominenz aus Politik, Kirche, Wirtschaft und Kultur beim Gang durchs Zwischenfoyer auf dem Weg zu den Plätzen. Hier stehen Reste des roten Backsteins der Kirche optisch in reizvollem Kontrast zu den neuen, hellen Klinkern. Auch beim Eintritt in den Konzertsaal ist man überrascht. Sogleich wird man von dem gesamten Raum aufgenommen, das Modell „Schuhschachtel“ bietet ein kompaktes Rundum-Erlebnis, alles ist freundlich-dezent mit hellbraunem Holz ausgekleidet, amerikanische Kirsche. 970 Personen fasst der Saal, aber aus Richtung der Bühne – zumal von der Empore – wirkt er viel kleiner. Immer wieder gab die architektonische Gestaltung des Musikforum Anlass zu Gesprächen und Bewunderung.

Letzterer wurde auch in den kurzen Ansprachen Ausdruck verliehen: OB Thomas Eiskirch rief den BoSy ein „welcome at home“ zu, lobte das Haus als Ausdruck für bürgerschaftliches Engagement und zollte seiner Vorgängerin Lob: „Ohne die unermüdlichen Einsatz von Ottilie Scholz wären wir heute vielleicht nicht hier“, sagte Eiskirch unter großem Applaus. Die Alt-OB vernahm es mit einem Anflug von Rührung.

Minister Groscheck nannte das Musikforum ein „Juwel“ und ein „bürgerschaftliches Kraftwerk“ und gab dem Orchester als Ermunterung „Für 50 Jahr Leidenszeit haben die BoSy sich diese hervorragende Akustik verdient!“ mit auf den Weg. Thomas Jorberg als Vorsitzender der Stiftung Bochumer Symphonie verwies auf die vielen tausend Bürgerspenden, die den Bau überhaupt erst angeschoben hatten. Ein Sonderapplaus galt dem Unternehmer Norman Faber, der mit seiner 5-Millionen-Spende die Sache ins Laufen gebracht hatte.

Nach dem offiziellen Teil erklangen, wie am Donnerstag, Stefan Heuckes Auftragskomposition „Baruch ata Adonaj“ und Gustav Mahlers 1. Sinfonie „Titan“. Das Orchester unter Steven Sloane und die verschiedenen Chöre vermittelten einmal mehr ein bewegendes Klang-Erlebnis, das auf den schönen Satz verwies, der kurz als Lichtband über dem Orchester schwebte: „Ich hoffe, das Musikforum wird Generationen inspirieren!“

 
 

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