Bochumer Krümmede wird sicherer

Bernd Kiesewetter
Links grenzt die Castroper Straße an.
Links grenzt die Castroper Straße an.
Foto: www.blossey.eu
Eine Expertenkommisssion des Justizministeriums ist jetzt mit ihrer Untersuchung der Sicherheit in der JVA Bochum fertig. Sie hat eine dreistellie Anzahl an Verbesserungsvorschlägen erarbeitet.

Bochum. Die Bochumer JVA wird jetzt mit großem Aufwand stärker gegen Ausbruchsversuche geschützt. Eine Expertenkommisson, die das Justizministerium nach der jüngsten Ausbruchsserie eingesetzt hatte, ist mit ihren Erkenntnissen und Bewertungen fertig. Die Fachleute aus dem Strafvollzug haben die Krümmede genauestens inspiziert und „eine Vielzahl von Empfehlungen“ gesammelt, wie Peter Marchlewski, Sprecher des Justizministeriums, gestern der WAZ sagte. Die Anzahl liege im unteren dreistelligen Bereich.

Geplant ist, dass künftig rund um das komplette Gefängnisgelände Grünstreifen als Sicherheitszonen angelegt werden. An beiden Seiten sollen fünf Meter hohe Zäune beziehungsweise Mauern mit Nato-Draht aufgebaut werden. Sowohl im inneren als auch im äußeren Bereich, sollen auch Fahrstreifen angelegt werden, auf denen Wachleute von einem Wagen aus alles überwachen können.

Neue Gefängnispforte wird gebaut

Bisher gibt es in der Krümmede auch noch Hafträume, deren Außenwand direkt ans Freie grenzt. Das wird es bald nicht mehr geben.

Außerdem wird eine neue Gefängnispforte gebaut. Von dort aus sollen die Menschen über zwei Tunnel in die Gebäude kommen. Einer führt in die bisherige JVA, ein anderer in die neue sozialtherapeutische Anstalt für Gewalt- und Sexualstraftäter, die voraussichtlich im nächsten Jahr unmittelbar an die JVA angrenzend gebaut wird. Im Jahr 2015 soll dieser Neubau mit 76 Plätzen, im Behördenjargon „Sota“ genannt, fertig sein.

Das meiste bleibt geheim

Das meiste, das die Expertenkommission vorgeschlagen hat, bleibt aus Sicherheitsgründen geheim. Ministeriumssprecher Marchlewski sagte aber, dass die Fachleute neue Arbeitsabläufe für einen effektiven Einsatz des Personals erstellt haben, zum Beispiel für die Abwicklung und Kontrolle der Besucher. Zurzeit ist man auch noch dabei, alte Eisengitter durch härteres Manganstahl zu ersetzen.

Eines sagte Marchlewski aber auch: dass es trotz aller Verbesserung „keine 100-prozentige Sicherheit“ geben wird. Das sei realistischerweise nicht möglich.

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