Bochumer Hochschule für Gesundheit wechselt erst 2015 nach Querenburg

Jürgen Stahl
Im Herbst 2013 wurde Richtfest gefeiert. Nun steht fest: Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW kann die Hochschule für Gesundheit in Querenburg nicht planmäßig fertigstellen.
Im Herbst 2013 wurde Richtfest gefeiert. Nun steht fest: Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW kann die Hochschule für Gesundheit in Querenburg nicht planmäßig fertigstellen.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Schwerer Rückschlag für den Gesundheitscampus Bochum: Der Bezug der Hochschule für Gesundheit in Querenburg verzögert sich um mindestens ein halbes Jahr. Der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) wird nicht planmäßig bis zur Jahresmitte mit dem 75-Mio.-Bau fertig.

Bochum. Der Termin stand. Am 24. Oktober, 10 Uhr, sollte die Hochschule für Gesundheit (HSG) feierlich eröffnet werden. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hatte als Festrednerin zugesagt. Die Zeremonie ist abgesagt. Die Fertigstellung des Neubaus verzögert sich um mindestens sechs Monate. Frühestens zum Sommersemester 2015 kann die HSG nach Querenburg wechseln.

„Die Enttäuschung ist groß. Alle Vorbereitungen waren getroffen, alle hatten sich auf den Umzug gefreut“, sagt Werner Brüning. Stets hatte der HSG-Vizepräsident auf den auf Kante genähten Zeitplan hingewiesen. Grundsteinlegung im September 2012, Richtfest ein Jahr später: Bis Juni/Juli sollten – besser: mussten die fünfgeschossige Hochschule und das Veranstaltungszentrum bezugsfertig sein. Denn das Provisorium an der Universitätsstraße mit seinen Außenstellen wird spätestens zum Start des Wintersemesters im September zu klein.

Mietverträge laufen vorerst weiter

Bei allem Druck: Jeder hatte an eine pünktliche Übergabe geglaubt. Doch nun steht fest: Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) kann die zugesagten 20 Monate Bauzeit nicht einhalten. „Wir haben in dieser Woche die Mitteilung erhalten, dass der Bezug erst im Dezember erfolgen kann – Stand heute“, erklärt Werner Brüning. Zwar habe sich die Verzögerung in den letzten sechs Wochen angedeutet. „Für uns ist es gleichwohl eine Hiobsbotschaft. Das trifft uns bis ins Mark.“

Der für August vorgesehene Umzug fällt aus. Statt Kistenschleppen ist Krisenmanagement gefragt. Dabei zahlt sich aus, dass sich die HSG „in weiser Voraussicht“ (Brüning) eine Option auf alle angemieteten Räume bis Ende 2015 gesichert hat. Jetzt greift Plan B. Die Mietverträge sowohl für die Hochschule im ehemaligen Knappschaftsgebäude unweit des Exzenterhauses als auch für die Flächen im Autohaus Lueg, in der Arbeitsagentur und am Glockengarten laufen vorerst weiter.

Weil zum Wintersemester 300 zusätzliche Studenten erwartet werden, benötigt die HSG jedoch kurzfristig weitere 350 qm Büro- und Seminarräume. „Zum Glück stehen Flächen ganz in der Nähe zur Verfügung. Der Studienbetrieb ist gewährleistet“, versichert Brüning, der offen lässt, ob der Wechsel nach Querenburg mit dann 750 Studierenden zum Ende des Wintersemester im April/Mai 2015 erfolgen kann. „Möglicherweise verzögert sich der Umzug auch um ein Jahr.“

Eine von der HSG für Donnerstag angekündigte Mitteilung des Landesbetriebs blieb aus. 75 Mio. Euro investiert der BLB in die beiden Neubauten zwischen Biomedizinpark und Ruhr-Universität. Das Institutsgebäude wird die Seminar- und Laborräume für 1300 Studenten beherbergen. Im benachbarten Veranstaltungszentrum entstehen u.a. das Audimax und die Mensa.

Auch beim Bau des Justizzentrums am Ostring durch den BLB kommt es zu einer mindestens halbjährigen Verzögerung.