Bochumer Experten geben Tipps für die Sonnenfinsternis

Christoph Husemeyer undMarkus Rensinghoff
So ist es richtig. Wer die Sonnenfinsternis beobachten will, braucht dazu eine besondere Brille oder ein besonderes Teleskop.
So ist es richtig. Wer die Sonnenfinsternis beobachten will, braucht dazu eine besondere Brille oder ein besonderes Teleskop.
Foto: dpa
An der Sternwarte und am Planetarium wird das Ereignis von Experten erklärt. Wo man in der Stadt guckt, ist egal. Hauptsache, die Augen werden geschützt.

Bochum. Am Freitagmorgen verdunkelt sich der Himmel über Europa – zumindest zum Teil. Die partielle Sonnenfinsternis an diesem Tag können Schaulustige bei gutem Wetter auch in Bochum beobachten, verspricht der Hobby-Astronom Axel Martin (46). Der gebürtige Mülheimer arbeitet an der Ruhr-Uni als Physik-Laborant.

„Durch Wolkenlücken oder bei leichten Schleierwolken kann man sehen, wie sich der Mond vor die Sonne schiebt.“ Bei bedecktem Himmel müsse man am Boden auf das Schauspiel verzichten, das um circa 9.30 Uhr beginnt und um 10.39 Uhr seinen Höhepunkt erreicht. „Der Mond wird dann in unseren Breitengeraden rund 80 Prozent der Sonne verdecken“, sagt Martin. Wirklich dunkel werde es dabei nicht. „Wenn man es nicht weiß, kann es auch sein, dass man es gar nicht bemerkt.“ Zum Vergleich: bei der Sonnenfinsternis im Jahr 1999 war die Sonne zu mehr als 90 Prozent bedeckt, in Teilen Süddeutschlands sogar ganz. Das sei am Freitag schon eine andere Kategorie, so der Hobby-Astronom. Dennoch sei das Naturschauspiel bei gezieltem Blick zum Himmel – und gutem Wetter – sichtbar. „Die Sonne wird mit bloßem Auge aussehen wie eine Sichel, vergleichbar mit einem drei Tage alten Mond.“

Die totale Sonnenfinsternis gibt es nur auf dem Atlantik

Ungeschützt sollte man die Sonnenfinsternis aber nicht betrachten. Martin warnt vor der Strahlung. „Man sollte eine Sonnenfinsternisbrille aufsetzen, um die Augen nicht zu schädigen.“ Auch auf Ferngläser und Teleskope müsse vorne eine spezielle Folie aufgebracht werden, so der Experte. Zudem könnten Handys und Kameras Schaden nehmen, wenn sie ohne Filter in die Sonne gehalten werden – ebenso wie die Augen, die hindurch blicken.

Wo genau man das Spektakel verfolge, mache keinen Unterschied. „In England und Norwegen sind 90, erst weit draußen auf dem Atlantik 100 Prozent der Sonne abgedeckt. Ein paar Kilometer Distanz innerhalb Bochums haben keinen Effekt.“ Martin selbst wird die Sonnenfinsternis in seiner kleinen Sternwarte in Mülheim/Speldorf verfolgen und mit einer Kamera fotografieren.

In Bochum bieten die Sternwarte und das Planetarium ein „betreutes“ Sonnenfinsternis-Gucken an. Am Planetarium gibt es zwischen 9 Uhr und 11.30 Uhr eine kostenlose Live-Beobachtung der Finsternis – gutes Wetter vorausgesetzt. Auch der Ablauf wird an diesem Morgen in der Kuppel erläutert. Die Sternwarte wird ab 8.30 bis circa 13.30 Uhr auf dem Außengelände oberhalb des Radoms an der Blankensteiner Straße ihre Spezialteleskope für interessierte Besucher bereithalten und als Ansprechpartner bei der Sonnenbeobachtung zur Verfügung stehen.