Bochumer Bürger kämpfen gegen den Lärm auf der A40

Ruhiges Wohnen hört sich anders an: In den Garten von Birgit und Willi Hesse (2. und 3. v.l.)schallt der Lärm von der Autobahn hinüber.
Ruhiges Wohnen hört sich anders an: In den Garten von Birgit und Willi Hesse (2. und 3. v.l.)schallt der Lärm von der Autobahn hinüber.
Foto: Gero Helm
  • Siedlungsgemeinschaft in Bochum-Harpen ärgert sich über den Lärm von der A40
  • Bei der Sanierung der Autobahn sei den Anwohnern ein Flüsterasphalt versprochen worden
  • Bewohner schlagen ein Tempolimit auf der Autobahn vor, Bezirksregierung winke aber ab

Bochum-Harpen.. Der Garten von Birgit Hesse wirkt wie eine Oase der Entspannung. Seine weichen Wiesen und die gepflegte Gartenpflanzen laden an schönen Sommertagen zum Ausruhen ein – wäre da nicht der pausenlose Lärm, der einen immer wieder daran erinnert, dass sich hinter der angrenzenden Mauer die A40 befindet, eine vielbefahrene Verkehrsader des Ruhrgebiets.

Familie Hesse ist nicht die einzige, die von der Lärmbelästigung betroffen ist. Ihre Nachbarn teilen dasselbe Schicksal. Um die Situation zu ändern, entschloss sich gleich die gesamte Nachbarschaft, etwas gegen die Dauerbeschallung zu unternehmen.

„Mit dem Ausbau des Ruhrparks hat der Verkehr zugenommen“

Die Siedlergemeinschaft Auf dem Knust, eine Nachbarschaftsinitiative, die mit dem Bau der Wohnsiedlung in Harpen 1939 entstand, nimmt sich der Sache nun an. Für die 200 Mitglieder des Vereins eine Selbstverständlichkeit: „Wir haben einen starken Zusammenhalt in der Siedlung“, sagt Karl Lawo von der Siedlergemeinschaft. „Schon damals wurden die Häuser mit nachbarschaftlicher Hilfe gebaut.“ Diesen Geist wollen die Bewohner bewahren und rufen jährlich zum Beisammensein bei Kaffee und Kuchen auf.

„Als wir das Haus vor 20 Jahren kauften, haben wir natürlich mit Verkehrslärm gerechnet“, sagt Birgit Hesse. Doch seitdem habe sich viel verändert. „Mit dem Ausbau des Ruhrparks hat der Verkehr zugenommen“, sagt sie. Ernst Nitsche, erster Vorsitzende des Vereins, ist besorgt. „Bis 2020 soll die Autobahn an dieser Stelle verbreitet werden“, sagt er. Dann sei mit noch mehr Autos zu rechnen.

Nachbarn regen Tempolimit auf der A40 an

Vor zwei Jahren wurde die A40 zwischen Bochum und Dortmund saniert. „Man versprach uns, Flüsterasphalt aufzutragen“, sagt Willi Hesse. „Doch wir glauben, die Baufirma hat in Bochum nichts dergleichen verbaut. Wenn man von Werne Richtung Dortmund fährt, merkt man, dass die Geräusche im Auto ab einem gewissen Punkt leiser werden. Der Flüsterasphalt wurde höchstens in Dortmund eingesetzt, aber nicht bei uns“, sagt er. „Genau da, wo Wald ist und niemand wohnt“, ergänzt Nitsche.

Die Bewohner der Häuser wünschen sich „eine ganz einfache“ Maßnahme. „Wir wollen, dass die Geschwindigkeit auf 100 km/h reduziert wird, nachts auf 80. Dafür muss man lediglich eine Anlage installieren, die die Geschwindigkeitsbegrenzung digital anzeigt“, sagt Willi Hesse. Die Nachbarschaftsinitiative hat bereits einiges unternommen, um das zu verwirklichen. Man habe sich an die Bezirksregierung Arnsberg gewandt, doch da sei man auf Unverständnis gestoßen. „Die arbeiten da mit geschätzten Lärmmessungen.“

Diese Schätzungen seien nicht nur veraltet, sondern auch falsch – denn der Untergrund, die Windrichtung und andere Faktoren würden nicht in die Schätzung mit einbezogen, sondern lediglich die Anzahl der Fahrzeuge, die die Autobahn passieren. „Wir haben auch an Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und an die Landtagspräsidentin Carina Gödecke geschrieben“, sagt Nitsche. Im nächsten Schritt will die Siedlergemeinschaft die Stadt bitten, eine Lärmmessung zu beantragen – damit man hier in Zukunft auch bei offenem Fenster ruhig schlafen kann.

 
 

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