Bochumer Betriebe gewähren Einblick in die Welt der Tischler

Einblicke in die Arbeit seines Betriebs gewährte Bernward Dickerhoff am Tag des Tischlers.
Einblicke in die Arbeit seines Betriebs gewährte Bernward Dickerhoff am Tag des Tischlers.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Bernward Dickerhoff gibt einen Einblick in die Arbeit seines Betriebs im Konzertsaal des Musikforums
  • Seiner Meinung nach sei das Projekt für die Stadt „ein echter Glücksgriff“
  • Für Kinder wurde auch etwas bei der Werkstatt Alfred Jacobi in Dahlhausen geboten

Bochum..  Der künftige Besucher des Musikforums wird kaum ahnen, wie viel Kreativität und Handwerkskunst in diesem nur wenige Zentimeter dicken Quader stecken: Außen eine hauchdünne Furnierung aus edlem Kirschholz, darunter eine Aluminiumschicht wegen des Brandschutzes, und im inneren Gips sowie verarbeitetes Holz. Alles zusammen ergibt die perfekte Lösung in Hinblick auf Brandschutz, Akustik und Ästhetik und somit die ideale Decke für den künftigen Bochumer Konzertsaal.

Dies und vieles mehr erfuhren Besucher beim Tag der Tischler, zu dem die Bochumer Tischlereien Dickerhoff und Alfred Jacobi ihre Werkstattpforten öffneten.

Inhaber Bernward Dickerhoff etwa gewährte einen Einblick in die Arbeit seines Betriebs im Konzertsaal des Musikforums, das Ende Oktober eröffnet wird. Seiner Meinung nach sei das Projekt für die Stadt „ein echter Glücksgriff“. Der Firmeninhaber erklärte rund 20 interessierten Besuchern, welchen Ansprüchen die Tischler dabei gerecht werden mussten. Weiter hinten in der Werkstatt war derweil eine Ausstellung mit Fotos von Albert Renger-Patzsch zu sehen. Der Fotograf gilt als Begründer der „Neuen Sachlichkeit“, seine Bilder, die alltägliches Mobiliar zeigen, sind von einer bescheidenen Schönheit erfüllt.

Hinter der kleinen Ausstellung in der Werkstatt liegen auch die Versatzstücke, aus denen die Decke des Konzertsaals entstanden ist. „Wir hatten drei Vorschläge, unser Lehrling ist damit in ein Tonstudio nach München gefahren“; erzählt Tischler Jörg Herold. Dort habe der fürs Musikforum zuständige Akustikprofessor die Werke im Tonstudio getestet: Eine Version genügte nicht dem Brandschutz, eine andere nicht der Akustik. Die letzte war perfekt – einzelne, in der Werkstatt vorgefertigte, etwa sechs Meter lange Streifen bilden die Decke des Konzertsaals, insgesamt sind es zehn Kilometer Holz, Aluminium und Gips. Tischler Jörg Herold arbeitet begeistert an dem aufwendigen Projekt mit: „Es ist ein bisschen so, wie ein Kind groß zu ziehen“, sagte er.

Für Kinder wurde auch etwas bei der Werkstatt Alfred Jacobi in Dahlhausen geboten: Die Gruppe „Zauberkasten“ aus Gerthe begeisterte die Gäste mit magischen Tricks – und auch hier bot sich die Gelegenheit, den Arbeitsplatz des Handwerkers mal aus der Nähe anzusehen.

Für die Tischler war es eine schöne Gelegenheit, um sich zu präsentieren, findet Jörg Herold. Dafür lohne es sich auch, schweren Herzens die Arbeit mal für einen Tag ruhen zu lassen. Andere Tischlereien sehen das aber offenbar anders: Zum Tag des Tischlers, zu dem der nordrhein-westfälische Berufsverband aufgerufen hat, waren Dickerhoff und Jacobi die einzigen, die in Bochum einluden. Für viele, besonders für kleine Tischlereien, sei der Aufwand eines Tags der offenen Tür, an dem Hämmer und Kreissägen schweigen, wohl doch zu groß, glaubt Herold.

 
 

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