Bochumer Belegschaft spricht Opel-Betriebsrat Vertrauen für Verhandlungen aus

Bei einer Betriebsversammlung wird weiter über die Zukunft des Opelwerks Bochum diskutiert. Die Gewerkschaften fordern vom Vorstand zugesicherte Arbeitsplätze.
Bei einer Betriebsversammlung wird weiter über die Zukunft des Opelwerks Bochum diskutiert. Die Gewerkschaften fordern vom Vorstand zugesicherte Arbeitsplätze.
Foto: dpa
Die Versammlung der Bochumer Opel-Belegschaft, die am heutigen Montag um acht Uhr begann, dauert immer noch an. In der Versammlung wird über die Verhandlungen zur Zukunft des Bochumer Standorts diskutiert. Betriebsrat und Gewerkschaft sollen Abbau von bis zu 3000 Stellen bis 2016 zustimmen.

Bochum. Die Mitarbeiter des Bochumer Opelwerks sind am heutigen Montagmorgen um acht Uhr zu einer Belegschaftsversammlung zusammengekommen. Die Versammlung läuft noch. Eine erste Zwischenstandsmeldung liefert der Betriebsrat: Alle Redner hätten die "Blockadehaltung des Opel-Vorstandes scharf kritisiert". Und weiter: Die Bochumer Belegschaft habe dem Betriebsrat und den Verhandlungsführern das volle Vertrauen für die bisherigen und weiteren Verhandlungen ausgesprochen.

"Wir sagen als IG Metall, wir brauchen von General Motors zugesicherte, qualifizierte Industriearbeitsplätze in Bochum", machte Eva Kerkemeier, erste Bevollmächtigte der IG-Metall Bochum-Herne, den Standpunkt der Gewerkschaft deutlich.

Zum Stand der Verhandlungen nimmt der Betriebsrat wie folgt Stellung: Die Vorschläge des Betriebsrates zur Beschäftigungssicherung lägen seit dem 15. Februar dem Unternehmen vor. In den Verhandlungen am 15. und 16. Februar in Düsseldorf sowie am 21. Februar in Bochum wurde diese Vorschläge besprochen.

Laut der heutigen Betriebsratinfo fordert Opel:

  • In Bochum soll die Fahrzeugproduktion beendet werden. Die Unternehmensleitung weigert sich weiterhin, diese Entscheidung zu begründen.
  • Eine Verlängerung und Erweiterung der Getriebeproduktion soll nur kurzzeitig erfolgen. Danach erfolgt die Schließung der Getriebeproduktion.
  • Eine Motorenproduktion wird grundsätzlich abgelehnt.
  • Vorschläge nach einer Komponentenfertigung, Aufbau eines Technologie-Zentrums "E-Mobilität", eines Technologie-Zentrum für Leichtbau & Verbundwerkstoffe und weitere Vorschläge sollen geprüft werden. Ein Ergebnis solle in drei bis vier Monaten vorliegen.
  • Nur die Erweiterung des Ersatzteillagers (Warehouse) wurde zugesagt. Das bedeute nach heutigem Stand 66 zusätzliche Arbeitsplätze.

Als Vorbedingung für weitere Verhandlungen fordert das Unternehmen nach Aussage des Betriebsrats für Bochum:

  • Streichung der Nachtschicht ab dem zweiten Quartal 2013
  • Letzte Einstellung von Auszubildenden 2013
  • Auslauf der Getriebefertigung spätestens 2014
  • Auslauf der Berufsausbildung 2016
  • Verzicht der Fahrzeugproduktion ab 2016
  • Zustimmung zum Abbau von 2.500 bis 3.000 Arbeitsplätzen bis 2016
  • Zustimmung zu betriebsbedingten Kündigungen
  • Verzicht beziehungsweise keine Auszahlung von Tariferhöhungen bis mindestens 2015

Bei Zustimmung zu diesen Zugeständnissen wolle das Unternehmen die Fahrzeugproduktion nicht Ende 2014 beenden, sondern mit einem Teil der Belegschaft bis 2016 fortführen. Der Betriebsrat teilt mit, dass Opel die weitere Prüfung der Betriebsratsvorschläge sowie die Gründung einer Gesellschaft "Bochum Perspektive 2022" von einer kurzfristigen Zustimmung zu den Vorbedingungen abhängig machen wolle.