Bochumer Azubis bauen Müllsammelstellen in Rumänien

Dennis Chichocki, Dominic Dancker, Verena Falterbaum und Sascha Hellenbrecht (von links) waren mit dem Programm „Young Workers for Europe“ in Rumänien um zu helfen und zu lernen.
Dennis Chichocki, Dominic Dancker, Verena Falterbaum und Sascha Hellenbrecht (von links) waren mit dem Programm „Young Workers for Europe“ in Rumänien um zu helfen und zu lernen.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Aus ihren Erlebnissen im kleinen, verarmten Dorf Radeln haben die Azubis einen Rapsong geschrieben. Vor Ort waren sie schockiert vom Elend, das sie aus Deutschland nicht kennen.

Bochum. Wer Sascha Hellenbrecht fragt, was er im rumänischen Dorf Radeln erlebt hat, erhält eine schnelle Antwort: „Elend haben wir gesehen, viel Elend.“ Dann zögert Hellenbrecht, ehe er von Schotter- und Matschstraßen berichtet, von Kutschen und von Kühen, die einfach so im Dorf umherlaufen. Dennis Chichocki und Dominic Dancker waren auch in Radeln. Chichocki sagt: „Einige Häuser hatten keine Fenster und keine Türen, weil die Leute sie im Winter als Brennholz benutzt haben.“ Dancker berichtet vom dreckigen Brunnen aus dem sich die Dorfbewohner ihr täglich Wasser schöpfen mussten.

Verena Falterbaum ist mit Hellenbrecht, Chichocki, Dancker und fünf anderen Azubis der Jugendberufshilfe VIA Bochum im September für zwei Wochen nach Radeln gefahren, um dort Müllsammelstellen zu fahren. Falterbaum arbeitet für das Projekt „Young Workers for Europe“, das junge Erwachsene für den Arbeitsmarkt vorbereiten möchte. Sie sagt: „Ich weiß noch, wie es im Auto ganz still wurde, als wir ins Dorf eingefahren sind.“

Erlebnisse in Rap-Song verarbeitet

Die acht Azubis haben ihre Erlebnisse in Rumänien zu einem Rap-Song verarbeitet. Darin heißt es:

Radeln 2013, Ankunft in ‘nem schlechten Film / Komplette Armut und wir alle mittendrin / War schon schlimm zu sehen, wie die Menschen leben / In Europa, hätten nie gedacht, es könnte sowas geben.

Radeln ist ein 500-Seelen-Dorf mitten in Rumänien, das einst von deutschsprachigen Siebenbürger Sachsen bewohnt wurde. Die meisten aber machten sich auf in den Westen, als der Eiserne Vorhang fiel. Die Regierung übergab das Dorf an die Roma, von denen die meisten von der staatlichen Grundsicherung von etwa 14 Euro im Monat leben, berichtet einer, der auch schon mit Jugendlichen dort war.

Drei Müllsammelstellen gebaut

Drei Müllsammelstellen haben die Azubis gebaut. Sascha Hellenbrecht sagt: „Die Dorfbewohner haben ihren Müll einfach auf den Boden geschmissen, Mülltonnen gab es gar nicht.“

Im Song heißt es dazu:

Alles voller Müll, alles abgewrackt / Wir haben gesehen, dass Europa seine Schatten hat /... / Und dass es bei uns Standard ist, heißt nicht, dass es das dann automatisch auch woanders gibt.

 
 

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