Bochumer Atheisten wollen am Karfreitag erneut „Das Leben des Brian“ zeigen

„Das Leben des Brian“ wird Karfreitag erneut im Sozialen Zentrum Bochum gezeigt.
„Das Leben des Brian“ wird Karfreitag erneut im Sozialen Zentrum Bochum gezeigt.
Foto: Verleih
Sie tun es wieder: Die Initiative „Religionsfrei im Revier“ kündigt auch für den kommenden Karfreitag eine öffentliche Vorführung des Films „Das Leben des Brian“ in Bochum an – diesmal sogar in zwei Versionen. Die Atheisten selbst nennen es eine „gezielte Provokation“.

Bochum.. Karfreitag 2013 hatten die Bochumer Atheisten die Monty-Python-Satire aus dem Jahr 1979 erstmals im Sozialen Zentrum an der Josephstraße gezeigt. Eine „gezielte Provokation“, so Sprecher Martin Budich. Der Karfreitag dient der Gruppe als krassestes Beispiel für „überkommene klerikale Vorschriften in deutschen Gesetzen und Verordnungen“. Bewusst setzte sich die Initiative mit der Kultkomödie über das Feiertagsgesetz hinweg. An dem hohen Feiertag ist die Aufführung von Filmen untersagt, die das NRW-Kultusministerium als „ungeeignet“ ansieht. Brian steht auf dem Index.

Das Rechtsamt leitete ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein und drohte bis zu 1000 Euro Geldbuße an. Im Sommer machte die Stadt einen Rückzieher. Weil es der erste Verstoß gegen das Feiertagsgesetz war, wurde das Verfahren eingestellt. „Das ist kein Freibrief für das nächste Jahr!“, betonte Dezernent Michael Townsend seinerzeit im Rat. Sollte die Initiative erneut einen nicht erlaubten Film zeigen, werde wieder ein Verfahren eingeleitet.

"Demonstration gegen religiöse Bevormundung"

Genau das passiert jetzt. Als „Demonstration gegen religiöse Bevormundung“ versteht die Initiative ihren „Brian“-Filmabend am 18. April wiederum im Sozialen Zentrum und zeigt sich abermals nicht gewillt, „an einem solchen Tag zu depressivem Verhalten genötigt“ zu werden.

Um 19 Uhr tritt der verbotene Brian in Aktion. Um 21 Uhr folgt die englische Version der Kultkomödie. Wie die Verwaltung reagiert, war am Dienstag noch offen. „Die beteiligten Fachämter beraten sich“, hieß es auf WAZ-Anfrage. Sicher ist das weitere Vorgehen der Atheisten. Sie kündigen bereits 2013 an, bei einem Bußgeldbescheid „wenn nötig bis vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen“.

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