Bochum

Bochum: Werbeplakate sorgen für Aufsehen – nebeneinander ist ihre Kombination makaber

Ein Plakat der DKMS hängt neben der Werbung eines Bestattungsunternehmens und einer Friedhofsgärtnerei.
Ein Plakat der DKMS hängt neben der Werbung eines Bestattungsunternehmens und einer Friedhofsgärtnerei.
Foto: Jennifer Y.-Bannett
  • DKMS wirbt für Stammzellenspender
  • Dafür plakatiert sie unter anderem Werbetafeln
  • Auf einer Tafel in Bochum-Altenbochum ist die Werbung jedoch makaber

Bochum. Im Bochumer Stadtteil Altenbochum sorgten drei Plakate auf einer Werbetafel für Aufsehen, weil ihre Zusammenstellung makaber ist.

Mit Werbeaktionen will die Deutsche Knochenmarkspenderkartei (DKMS) Stammzellenspender gewinnen und plakatiert dafür Werbeflächen.

Die teilt sie sich natürlich mit anderen Unternehmen, Parteien und Stiftungen, weil sie von einer Agentur vermietet wird.

Bochum: Bestattungsunternehmen macht direkt neben DKMS-Plakat Werbung

An der Wasserstraße Ecke Wittener Straße in Bochum wirbt die DKMS mit dem Slogan „Willst du jemandem das Leben retten?“ für Stammzellenspender.

Direkt daneben stehen zwei weitere Tafeln. Darauf werben hingegen ein Bestattungsunternehmen und eine Friedhofsgärtnerei – zwei Betrieben, die ihre Geschäfte mit dem Tod machen.

Die Zusammenstellung dieser drei Plakate scheint in gewisser Weise moralisch bedenklich.

Tafeln sind private Werbefläche

Auf Anfrage von DER WESTEN antwortete die Stadt Bochum, dass sie keinen Einfluss auf die Aufhängung von Plakaten habe, da es sich bei Werbetafeln um private Werbeflächen handle.

Selbst bei Plakaten mit einem Hakenkreuz könne sie nicht verhindern, dass sie aufgehängt würden. „Wenn verfassungswidrige Kennzeichen aufgehängt wurden, stellen wir Mitarbeiter zur Verfügung, damit sie diese entfernen, nachdem sie jemand bei der Polizei meldete“, erläuterte Bochums Pressesprecher Peter van Dyk.

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Werbeplakate durch Zufall aufgehängt?

Wie die Werbeplakate aufgehängt werden, liegt dementsprechend in der Verantwortung der Agentur, die die Werbefläche vermietet.

In der Facebook-Gruppe „Du weißt, Du bist Bochumer wenn...“ meint Nutzer Roman K. sogar, dass Plakate durch ein Zufallsverfahren aufgehängt werden könnten: „Ansonsten ist es der Werbeagentur egal, wer was wo bewirbt, dann kommen manchmal komische Zufälle zusammen.“

Die unglückliche Konstellation ist nicht der erste Fall, bei dem die Zusammenstellung der Plakate bedenklich ist.

Eine Facebook-Nutzerin wies darauf hin, dass in der Vergangenheit anstelle des DKMS-Plakats ein Werbeplakat für Pralinen der Marke Mon Cheri hing. Der Hersteller Ferrero warb seine Pralinen mit dem Spruch „Gehen, wenn's am Schönsten ist“. Auch ein bloßer Zufall?

Nach welchem Verfahren die Werbevermittler an der Wasserstraße vorgehen, ist unklar.

Stadt Bochum entsetzt

Über die aufgehängten Werbeplakate zeigte sich die Stadt entsetzt. „Das ist sehr unglücklich. Wir können der DKMS den Hinweis geben, da sie ehrenhafte Arbeit leistet“, teilte der Stadtsprecher mit.

 
 

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