Bochum

Bochum Total: Nach dem Aus des Stadtfests geht der Veranstalter nun diesen drastischen Schritt

„Bochum Total“: Die Auswirkungen der Coronakrise treffen auch den Veranstalter des beliebten Stadtfests.
„Bochum Total“: Die Auswirkungen der Coronakrise treffen auch den Veranstalter des beliebten Stadtfests.
Foto: imago images / Werner Otto

Bochum. Keine Festivals, keine Cranger Kirmes, und auch das Stadtfest „Bochum Total“ fällt wegen der Coronakrise ins Wasser.

Doch „Bochum Total“-Veranstalter Marcus Gloria lässt sich davon nicht unterkriegen – und geht daher einen drastischen Schritt.

Sommer 2020 ohne „Bochum Total“ – doch der Veranstalter hat schon eine neue Idee

„Wir erleben 2021, wie es 2020 hätte werden können“, sagt Gloria in Anbetracht der vielen Veranstaltungen, die auf das nächste Jahr verschoben werden mussten. Sein „Bochum Total“ im Juli gehört nicht dazu, er strich es aus dem Kalender.

„Dafür kann ich mir kein Szenario vorstellen. Vor der Bühne mit Schutzmaske und 1,50 Metern Abstand? Undenkbar“, findet er.

Doch diese Streichung bedeutet nicht, dass der Festivalsommer in Bochum komplett ins Wasser fällt. Denn Gloria hat schon einen alternativen Plan: „Cyber Total“. Auf mehreren parallel laufenden Webstreams will er Konzerte statt in die Innenstadt eben auf die Computer der Bochumer zaubern.

„Cyber Total“ soll Künstlern eine Plattform bieten

Auch, wenn im heimischen Wohnzimmer das typische Stadtfest-Feeling fehlt, soll „Cyber Total“ ein interaktives und soziales Erlebnis werden. „Anstatt nur zuzuschauen kann man über den Stream Applaus stiften, mit anderen chatten oder Merchandising der Künstler kaufen“, sagt Gloria.

Dass ein Konzert auch auf diese Weise Spaß machen könnte, hätten unter anderem Paul McCartney oder die Rolling Stones bereits für das weltweit live gestreamte „One World“-Konzert der Organisation “Global Citizen“ vorgemacht. Nur sein Bier müsse man dabei eben selber kaltstellen.

Livemusik im Open-Air-Kino

Ganz auf Livemusik müssen die Bochumer trotz der Absage von „Bochum Total“ nicht verzichten. Voraussichtlich kommen sie schon im Sommer beim „Fiege Kino Open Air“ in den Genuss.

Vor dem Film präsentierten dort schon in der Vergangenheit lokale Bands ihr Repertoire. „Vielleicht bauen wir das jetzt ein wenig aus, auch um die Ausfälle bei den Künstlern zu minimieren.“

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Weil es keine Großveranstaltung sei, gehe er derzeit davon aus, dass die Filmabende unter freiem Himmel wie geplant stattfinden können.

Platz für neue Ideen

Gloria sieht eben auch die Chancen in der Krise: Man sei gezwungen, noch kreativer zu arbeiten als sonst. Ein Beispiel seien die zahlreichen neuen Autokinos, die mancherorts in der Zwischenzeit auch für Auftritte von Bands oder Comedians zweckentfremdet würden. „Die Vollbremsung gibt Raum für Neubewertung. In jeder Katastrophe liegt eine neue Chance.“

Dass bald auch jenseits der Livestreams wieder Party gemacht wird, ist für Gloria sicher. „Die Leute wollen wieder feiern.“ Wie genau das nach der Pandemie aussehen könnte, stehe noch in den Sternen. Nur eins ist für ihn klar: „Es wird anders sein als zuvor.“ (vh)

 
 

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