Bochum

Bochum: Studentenwohnheim wegen hochgiftigem Gas evakuiert – ein Toter

Ein Studentenheim in Bochum musste in der Nacht evakuiert werden.
Ein Studentenheim in Bochum musste in der Nacht evakuiert werden.
Foto: Thomas Weber / ANC-News

Bochum. Wegen Schwefelwasserstoff-Alarm wurde ein Studentenwohnheim in Bochum in der Nacht zu Samstag geräumt. Polizei und Feuerwehr waren die ganze Nacht über und auch noch am Vormittag mit einem Großaufgebot vor Ort.

In den frühen Abendstunden wurde der Notruf im Studentenwohnheim an der Laerholzstraße in Bochum abgesetzt. Ein junger Mann wurde gegen 19.25 Uhr tot in seiner Wohnung gefunden.

Bochum: Studentenwohnheim evakuiert - Hundert Menschen verlassen Gebäude

Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei gehen die Beamten von einem Suizid aus, da zuvor ein Zettel entdeckt worden war, der vor dem Gas Schwefelwasserstoff gewarnt hat.

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Das gesamte Gebäude mit mehr als 150 Personen musste evakuiert werden. Die 105 anwesenden Studenten wurden in Bussen der Bogestra untergebracht und von einem Notarzt begutachtet.

Sechs Einsatzkräfte und drei Anwohner mussten in einem Duschzelt dekontaminiert werden, da der Verdacht bestand, dass diese Personen in Kontakt mit dem Schwefelwasserstoff kamen. Zunächst war nicht klar, ob es Verletzte gab, dieser Verdacht bestätigte sich aber nicht.

Betreuungsstelle eingerichtet

Dann wurden die Betroffenen zur Betreuung in das Altenheim „An der Holtbrügge“ transportiert, welches als Betreuungsstelle genutzt wurde.

Bei der Begutachtung und Dekontamination des Wohnheims wurde die Analytische Task Force der Feuerwehr Dortmund hinzugezogen. In der betroffenen Wohnung konnte das giftige Gas nachgewiesen werden. Diese Mess- und Reinigungsarbeiten dauerten bis zum Samstagvormittag an.

Vier Wohnbereiche immer noch nicht bewohnbar

Erst am Mittag konnten die Bewohner ins Gebäude zurückkehren. Vier Wohnbereiche sind allerdings immer noch unbewohnbar.

Die Feuerwehr und das DRK waren mit 170 Einsatzkräften vor Ort. Zehn weitere DRK-Helfer waren an der Betreuungsstelle im Einsatz.

>>Anmerkung der Redaktion<<

Zum Schutz der betroffenen Familien berichten wir normalerweise nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.

Wer unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leidet oder jemanden kennt, der daran leidet, kann sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie ist erreichbar unter der Telefonnummer 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt. (js)

 
 

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