Bochum

Misstrauische Stimmung nach Raub in Bochum: Darum ist die Angst vor Einbrüchen hier besonders groß

Die Kriminalpolizei untersucht noch den Tatort
Die Kriminalpolizei untersucht noch den Tatort
Foto: Dennis Özmen
  • Anwohner sprechen von regelmäßigen Einbrüchen
  • Darum scheint die Kappskolonie für Einbrecher lukrativ

Bochum. Hordel ist eine ruhige Ortschaft in Bochum. Zechenhäuser grenzen direkt an ein Naturschutzgebiet. Die ehemalige Zechensiedlung, auch Kappskolonie genannt, wirkt wie eine dörfliche Gemeinde.

Doch nach einem brutalen Überfall, bei dem ein 68 Jahre alter Mann qualvoll erstickte, ist es in diesen Tagen erst einmal vorbei mit der Idylle. Die Menschen sind erschüttert – und misstrauisch.

Eine Anwohnerin holt ihr Telefon, als sie sieht, wie ein Mann Fotos von der Straße macht. Als er davonfährt, schaut sie ihm hinterher, als ob sie sich sein Autokennzeichen merken wolle.

In den vergangenen Tagen brachen Unbekannte in mehrere Wohnungen in der ehemaligen Zechensiedlung in Bochum-Hordel ein. Bei dem jüngsten Einbruch gingen die Täter überaus brutal vor: Sie fesselten einen 68 Jahre alten Mann. Er erstickte. Seine Partnerin musste alles mitansehen.

Die Polizei prüft derzeit, ob es eine Verbindung zwischen den Einbrüchen und Einbruchsversuchen gibt, die im Vorfeld passiert waren. Beim letzten Einbruch sollen die Räuber am Nordwestbad geparkt haben – 800 Meter von der A40 entfernt.

Einbrüche regelmäßig in Bochum-Hordel

Dirk Hensing besucht am Mittwochmittag seine 74 Jahre alte Mutter Sieglinde Hensing, um ihre Tür zu reparieren. Die 74-Jährige wohnt in der Sechs-Schwestern-Straße, die ab der Dinnendahlstraße als die Sechs-Brüder-Straße weiterläuft.

Der 52-Jährige sagt: „In der Siedlung leben ältere Menschen, bei denen ist was zu holen, glauben die Einbrecher wohl.“

„Ich glaube, darauf haben sie es abgesehen“, ergänzt seine Mutter.

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Abgeschirmt und gut angebunden

Warum Einbrecher die Kappskolonie aussuchen, ist für Mutter und Sohn eindeutig. „Die Siedlung ist gut abgeschirmt und direkt an die Autobahn gebunden“, schildert Dirk Hensing.

Sorgen macht er sich jedoch nicht: „Der Vorteil in so einer Siedlung ist: Man kennt sich und wir achten aufeinander. Wir brauchen keine Bürgerwehr hier.“

„Ich habe in der Zeit von dem Einbruch nichts mitbekommen“

Hans-Dieter Gedrat (63) hat 37 Jahre lang in der ehemaligen Zechensiedlung gewohnt. Vor seinem Umzug aus Bochum-Hordel hat jemand versucht, bei ihm einzubrechen, als er noch zuhause gewesen ist.

„Der Nachbar hat beobachtet, wie jemand versucht, durch den Kellerschacht hineinzuklettern. Kurze Zeit später ist die Polizei bei mir, weil er sie angerufen hat. Aber ich habe in der Zeit von dem Einbruch nichts mitbekommen“, erzählt der 63-Jährige.

Hans-Dieter Gedrat sieht noch einen anderen Grund für die Einbrüche in Bochum-Hordel: „Hier wohnen mittlerweile auch jüngere Leute, die tagsüber arbeiten.“

 
 

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