Bochum

Bochum: Polizisten erschießen Mann auf Friedhof – Staatsanwaltschaft hat eine eindeutige Erkenntnis

In Bochum starb im April 2019 ein Mann nach Schüssen von zwei Polizisten. (Archiv)
In Bochum starb im April 2019 ein Mann nach Schüssen von zwei Polizisten. (Archiv)
Foto: Justin Brosch

Bochum. Ein schrecklicher Vorfall erschütterte im April 2019 in Bochum: Ein bewaffneter Mann ist am 18. April von zwei Polizisten angeschossen und so tödlich verletzt worden.

Seitdem wurde gegen die beiden Beamten aus Bochum ermittelt. Die Frage, die sich stellte: Waren die Schüsse der Polizisten, von denen einer tödlich war, gerechtfertigt?

Wie Staatsanwaltschaft und Polizei Essen nun mitteilen, „ist davon auszugehen, dass die Beamten von einem gegenwärtigen Angriff ausgehen konnten und daher berechtigt waren, von der Schusswaffe Gebrauch zu machen.“ Damit widerlegen die Ermittler eine schreckliche These, die nach dem Vorfall im Raum stand.

Das Verfahren wird mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt.

Bochum: Aussagen der Polizisten decken sich mit den Spuren

Für die Ermittler ergibt sich folgender Tathergang: Ein Jäger alarmierte die Beamten am Gründonnerstag, weil sich jemand mit einem geladenen Gewehr auf dem Friedhof aufhielt. Zwei Polizisten näherten sich dem späteren Opfer und forderten den Mann zweimal auf, die Waffe hinzulegen. Als er trotzdem die Waffe hob, schossen beide Beamte. Ein Schuss traf den Mann und verletzte ihn so schwer, dass er zwei Tage später starb.

Die Angaben der Polizisten decken sich mit den Aussagen weiterer neutraler Zeugen und gesammelten Spuren.

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Nach dem Vorfall gab es die These, dass der Mann während der Schüsse gekniet haben soll und unbewaffnet war. Das konnte laut Staatsanwaltschaft ausgeschlossen werden. „Zum einen wies die Kleidung einen nahezu waagerechten Schusskanal auf und zum anderen traf das Projektil in großer Entfernung in einer Höhe von 158 cm einen Baum“, heißt es in einer Mitteilung.

Von Notwehr auszugehen

Es konnte auch nicht festgestellt werden, dass das Opfer die Waffe vor Schussabgabe weggeworfen habe. Dagegen sprechen laut den Ermittlern die Angaben der Polizisten und die Tatsache, dass beide gleichzeitig von einer Bedrohung ausgegangen sind, obwohl sie weit voneinander entfernt gestanden haben.

„Insgesamt war von einer Notwehrsituation auszugehen. Das Verhalten der Beamten war daher als gerechtfertigt anzusehen“, heißt es weiter. (jg)

 
 

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