Bochum

Bochum: Polizisten erschießen Mann auf Friedhof – jetzt teilen die Ermittler DAS mit

In Bochum starb im April 2019 ein Mann nach Schüssen von zwei Polizisten. (Archiv)
In Bochum starb im April 2019 ein Mann nach Schüssen von zwei Polizisten. (Archiv)
Foto: Justin Brosch

Bochum. Ein schrecklicher Vorfall erschütterte Bochum im April 2019. Polizisten hatten einen bewaffneten Mann auf dem Friedhof angeschossen. Wenige Tage später verstarb er im Krankenhaus.

Staatsanwaltschaft und Polizei Essen entschieden, dass die tödlichen Schüsse in Bochum berechtigt waren und stellten das Verfahren ein. Die Angehörigen legten Beschwerde dagegen ein. Jetzt äußert sich das Gericht dazu.

Bochum: Tödliche Schüsse auf Friedhof erschüttern die Stadt

Das war passiert: Ein Jäger hatte an dem folgenreichen Tag die Beamten alarmiert, weil sich ein Mann mit einem geladenen Gewehr auf dem Friedhof aufhielt.

Zwei Polizisten näherten sich dem späteren Opfer und forderten ihn zweimal auf, die Waffe niederzulegen. Als dieser trotzdem das Gewehr hob, schossen beide Beamten gleichzeitig. Ein Schuss traf den Mann und verletzte ihn so schwer, dass er zwei Tage später im Krankenhaus verstarb.

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Staatsanwaltschaft geht von „gegenwärtigem Angriff“ aus

Damals verkündeten Staatsanwaltschaft und Polizei, es sei „davon auszugehen, dass die Beamten von einem gegenwärtigen Angriff ausgehen konnten und daher berechtigt waren, von der Schusswaffe Gebrauch zu machen.“ Es handele sich um Notwehr.

Mangels hinreichenden Tatverdachts wurde das Verfahren schließlich eingestellt. Zeugen und Spuren decken sich mit den Angaben der Polizisten.

Staatsanwaltschaft wiederlegt zwei weitere Thesen

Nach dem Vorfall waren zwei weitere Thesen ausgekommen, die die Staatsanwaltschaft später ausschloss:

  • Der Mann soll während der Schüsse gekniet haben und gänzlich unbewaffnet gewesen sein. Das schloss die Staatsanwaltschaft aus: „Zum einen wies die Kleidung einen nahezu waagerechten Schusskanal auf und zum anderen traf das Projektil in großer Entfernung in einer Höhe von 158 cm einen Baum“, hieß es damals in einer Pressemitteilung
  • Auch konnte ausgeschlossen werden, dass das Opfer die Waffe vor der Schussabgabe weggeworfen habe. Dagegen spreche die Tatsache, dass beide Polizisten gleichzeitig von einer Bedrohung ausgegangen sind

Angehörigen legen Beschwerde gegen Verfahrenseinstellung ein

Im Februar 2020 legten die Angehörigen bei der Generalstaatsanwaltschaft in Hamm Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens ein.

Die Generalstaatsanwaltschaft entschied allerdings, die Ermittlungen nicht erneut aufzunehmen.

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Sie ging erneut davon aus, dass der verstorbene Bochumer trotz der Aufforderungen, die Waffe abzulegen, den Lauf in Richtung der Polizisten angehoben habe.

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Die Angehörigen haben jetzt noch die Möglichkeit, eine gerichtliche Entscheidung durch das Oberlandesgericht in Hamm herbeizuführen. (vh)

 
 

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