Bochum

Polizei Bochum schreibt bewegenden Brief an todkranken Jungen (17): „Deine leuchtenden Augen haben uns tief berührt“

Die Polizei Bochum schrieb einen bewegenden Brief an den Patienten eines Hospizes in Witten.
Die Polizei Bochum schrieb einen bewegenden Brief an den Patienten eines Hospizes in Witten.
Foto: Polizei Bochum

Bochum. Die Polizei Bochum hat einen berührenden Brief an einen jungen Patienten (17) des Kinderhospizes in Witten geschrieben. „Bei solch einem bewegenden Erlebnis macht es keinen Sinn, eine nackte Meldung zu schreiben. Es geht um die Sache an sich“, sagt Marco Bischoff von der Bochumer Polizei.

Der Junge besuchte die Polizei vor einigen Wochen, um sich seinen sehnlichsten Wunsch erfüllen. Der 17-Jährige wollte einmal im Beiwagen eines Polizeimotorrads mitfahren. Er ist Patient des ambulanten Kinderhospizdienstes Ruhrgebiet in Witten. Um dem Thema gerecht zu werden, wollen wir den Brief im Wortlaut wiedergeben:

Polizei Bochum schreibt bewegenden Brief

„Hallo junger Mann,

bereits vor einigen Wochen hast du zusammen mit deinen Freundinnen und Freunden vom Kinderhospizdienst Ruhrgebiet e.V. in Witten unsere Verkehrsbühne an der Universitätsstraße in Bochum besucht.

Wir waren begeistert, mit welcher Euphorie ihr alle dabei ward. Und du hast, obwohl es dir gesundheitlich schwer fiel, alle unsere Bereiche besucht. Insbesondere deine leuchtenden Augen, als du auf dem Polizeimotorrad gesessen hast, haben uns tief berührt.

Mit deinen erst 17 Jahren hast du schon so viel im Leben durchmachen müssen und noch einen schweren Weg vor dir. Dein größter Herzenswunsch, einmal mit einem Polizeimotorrad mitfahren zu dürfen...was sollen wir dazu noch sagen?

Wir haben es uns nicht nehmen lassen, für dich eine Fahrt zu organisieren. Auch für uns war es ein Erlebnis, dich aus Witten abzuholen und mit dir zusammen im Beiwagen um den Kemnader Stausee zu fahren.

Wir hoffen, du hast dich während dieser Fahrt so richtig als Motorradpolizist fühlen können.

Diese Fahrt war nur für dich und es war uns eine Ehre, dich mitnehmen zu dürfen!

Wir wissen auch nicht, wie wir diesen Brief beenden sollen, da dein Weg bestimmt nicht leicht ist.

Alles Liebe, Deine Polizei“

Hospizdienst aus Witten will Kindern besondere Momente geben

Der Jugendliche leidet laut dem Kinderhospiz an einer „lebensverkürzenden Erkrankung“. Details will Leiterin Birgit Schyboll aus Rücksicht auf den Jugendlichen nicht nennen.

Allerdings betont sie, wie wichtig dem 17-Jährigen der Termin war:„Er hat anschließend zwei Stunden gejubelt und erzählt. Es war sein Herzenswunsch, mit dem Beiwagen zu fahren.“

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„Wir wollen Kindern und Jugendlichen diese besonderen Momente ermöglichen“, so Schyboll: „Wir können den Kindern keine Zeit schenken, aber wir können dafür sorgen, dass besondere Momente in ihre Lebenszeit fallen.“

Und weiter: „Ein Kind hat mal gesagt: Seitdem ich den Dienst kenne, darf ich mich jedes andere Kind auch fühlen. Das wollen wir Kindern geben.“

 
 

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