Bochum

Kriminelle Clans in NRW: Bochumer Shishabar-Besitzer provoziert – „Die sollen ruhig kommen“

Das Bermudadreieck in Bochum wird immer wieder von Polizisten bei Razzien kontrolliert. Sie vermuten vor allem in Shishbars kriminelle Machenschaften, hinter denen Familienclans stecken sollen.
Das Bermudadreieck in Bochum wird immer wieder von Polizisten bei Razzien kontrolliert. Sie vermuten vor allem in Shishbars kriminelle Machenschaften, hinter denen Familienclans stecken sollen.
Foto: FUNKE Foto Services

Bochum. Um den Status des Bermudadreiecks in Bochum ist nicht zum ersten Mal eine Debatte entbrannt. Im bekannten Ausgehviertel in Bochum und vor allem in der Brüderstraße gibt es mittlerweile besonders viele Shishabars. Die Polizei unterstellt den Shisha-Lokalen bei Razzien immer wieder kriminelle Machenschaften unter dem Deckmantel des Wasserpfeifen-Konsums. In den letzten Monaten ist es immer wieder zu Polizeieinsätzen und Razzien gekommen.

Die Polizei und das Innenministerium unter Herbert Reul wollen Familienclans und Kriminellen das Handwerk legen und die Szene verunsichern. Die Themen Kriminalität und Familienclans im Ruhrgebiet ziehen mittlerweile auch Kreise, die weit über den Pott hinausragen. Geht die Strategie der Polizei in NRW auf?

Bochumer Shishabar-Chef über Kontrollen: „Unnormal viele“

Gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (Heft 11/2019) schildert Shishabar-Chef „Aktik“ die Situation in Bochum. Er könne nur schätzen, wie viele Polizisten in den vergangen Monaten in die Läden im Bermudadreieck gestürmt seien. „Unnormal viele“ sagt er. „Die sollen ruhig kommen“, sagt er weiter.

An die Razzien sei er mittlerweile gewöhnt. Bei den Kontrollen seien enorm viele Mitarbeiter der Stadt Bochum und des Ordnungsamts dabei. Auch andere Behörden seien involviert.

Seit 2009: Anzahl der Shishabars hat sich teilweise vervierfacht

Doch der ganze Aufwand, weil ein paar Typen an Wasserpfeifen in einer Shishabar ziehen? Nicht ganz, wie die Polizei gegenüber dem „Spiegel“ weiter beschreibt. Für den NRW-Innenminister seien Shishabars potenzielle Stützpunkte für kriminelle Clans.

Fakt sei: In vielen Regionen in NRW hat sich die Anzahl der Shisha-Lokale seit 2009 vervierfacht. Der Staat vermutet in vielen Etablissements immer wieder Familienclans, die sich anderer illegaler Machenschaften wie beispielsweise der Geldwäsche bedienen.

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„Kulturkampf“ im Bochumer Bermudadreieck?

Gerade in der Brüderstraße im Bochumer Bermudadreieck gibt es viele Shishabars. Auch der amtierende Bochumer Bürgermeister Thomas Eiskirch kritisiert die Shishabars gegenüber dem Spiegel massiv. Er sagt: „Das Geschäftsmodell der Shishabars basiert oft auf Rechtsbruch, darauf, die Gesellschaft zu schädigen.“

Die Ermittler aus dem nordrhein-westfälischen Landeskriminalamt vermuten, dass hinter mehr als jeder zweiten Shishabar kriminelle Familienclans stecken.

Clans im Ruhrgebiet: Stadt Essen will Familien unter Druck setzen

Die Machenschaften krimineller Araber-Clans werden immer mehr zu einem Problem in NRW. Vor allem im Ruhrgebiet sind kriminelle Mitglieder der Clans aktiv.

Sie sollen vor allem mit Drogengeschäften und Steuerhinterziehung Geld machen. Die Polizei steht oftmals vor dem Problem, die Strukturen der mafiaartigen Gruppen zu durchdringen.

„Staatsanwälte vor Ort“ in Duisburg

Seit mehr als einem halben Jahr gibt es in Duisburg das Projekt „Staatsanwälte vor Ort.“ Das Justizministerium hat das Projekt ins Leben gerufen, um kriminelle Familienclans gezielt zu bekämpfen und den Verfolgungsdruck erhöhen", hieß es aus dem Ministerium.

Bei dem Mitte 2018 in Duisburg gestarteten Projekt kümmern sich zwei Staatsanwälte vorrangig im Norden Duisburgs um Straftaten, bei denen Mitglieder von rund 70 türkisch-, kurdisch- und arabischstämmigen Großfamilien als Täter vermutet werden. Und zwar ausschließlich um diese.

+++ Kampf gegen kriminelle Großfamilien in Essen: So wollen Polizei und Staatsanwaltschaft wirksamer gegen Libanesen-Clans vorgehen +++

Landeskriminalamt geht aktuell von 50 Clanfamilien in NRW aus

„Aktuell ist von der Existenz von etwa 50 Clanfamilien in NRW auszugehen, aus denen heraus vermehrt Straftaten begangen werden“, sagte Frank Scheulen vom Landeskriminalamt (LKA) zuletzt gegenüber DER WESTEN. Diese Anzahl beziehe sich auf Personen mit einem türkisch-arabischen Migrationshintergrund.

Ermittlungen der Polizei Essen: Clans fingieren Unfälle

Zuletzt hatte die Essener Polizei bei Ermittlungen eine ganz neue Masche der Clans aufgedeckt. Demnach sollten die Clans Autounfälle fingiert oder provoziert haben, um anschließend die Versicherungssumme ausgezahlt zu bekommen. Die Ermittlungen dazu dauern an. (mj)

++Essen: Arabischer Clan fingiert Autounfälle mit fieser Masche++

 
 

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