Bochum

Bochumer beklagen Hunderte tote Hummeln – das steckt hinter dem mysteriösen Massensterben

Unter Silberlinden haben Bochumer zahlreiche tote Hummeln entdeckt. Was führt zum mysteriösen Massensterben?
Unter Silberlinden haben Bochumer zahlreiche tote Hummeln entdeckt. Was führt zum mysteriösen Massensterben?
Foto: imago images / blickwinkel

Bochum. Mysteriöses Massensterben von Hummeln in Bochum: Unter Linden finden Bürger immer häufiger tote Insekten auf.

Was steckt hinter den vielen toten Hummeln? Nicht nur in Bochum gibt es dieses Phänomen, deutschlandweit ist zu beobachten, dass sich im (Spät-)Sommer zahlreiche leblose Körper unter den Bäumen ansammeln.

Bochum: Was steckt hinter dem mysteriösen Massensterben?

Lange konnten Forscher das Rätsel nicht lösen. Doch jetzt ist klar, wieso die Hummeln – die zur Familie der Bienen gehören – sterben: Sie verhungern!

Laut Naturschutzbund Deutschland untersuchten Wissenschaftler aus Münster die Körper von toten Hummeln und stellten dabei fest: Ihre Energiereserven aus Zucker waren aufgebraucht. Anders als beispielsweise Bienen speichern Hummeln in ihren Vorräte keine Stärke oder Fette.

Deshalb sterben die Hummeln unter Linden

Dass die Insekten ausgerechnet unter Linden sterben, hat einen einfachen Grund, wie Wilhelm Deitermann vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen erklärt. Sie sind keineswegs giftig für die Hummeln, wie gerne behauptet wird. Aber: Linden blühen später als die meisten anderen Bäume, weswegen sie die letzte Möglichkeit für die Wildbienen sind, sich zu ernähren.

Das weitere Angebot an Nektar ist im Spätsommer ist zu gering.

Und: Dem „Nabu“ zufolge ist die Konkurrenz ist zu groß, die Hummeln können nicht ausreichend Nektar sammeln und kommen sogar mit einem niedrigeren Gewicht ins Nest zurück, da die Aufnahme des Nektars mehr Energie kostete, als sie brachte.

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So kannst du Hummeln retten

Auch in Bochum verhungern die Hummeln regelmäßig. Was kann der Bürger tun, um den Hummeln zu helfen? Die einfache Lösung: Den Nektarmangel ausgleichen und den Insekten eine alternative Quelle bieten.

Deitermann: „Im städtischen Raum ist das zwar schwierig, aber man kann durchaus in seinem Garten oder auf dem Balkon einheimische Pflanzen anbauen, die auch im späten Sommer noch blühen.“

Laut Naturschutzbund eignen sich besonders WIldpflanzen wie die Könisgkerze und Laubkraut. Auch Lavendel, Klee, Efeu oder Sommerflieder können dazu beitragen, um Hummeln vor dem tragischen Verhungern zu retten.

Ob das Massensterben von Hummeln in diesem Jahr verglichen zu den letzten Jahren schlimmer ist, ist nicht klar: Da Hummeln nicht vom Aussterben bedroht sind, werden keine Daten erhoben.

 
 

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