Bochum

Bochum: Oma soll Missbrauch ihrer behinderten Enkelin (5) zugelassen haben – und das ist noch nicht alles

Vor dem Landgericht Bochum muss sich ab dem 14. November eine Großmutter aus Herne wegen schrecklicher Vorwürfe verantworten. (Symbolbild)
Vor dem Landgericht Bochum muss sich ab dem 14. November eine Großmutter aus Herne wegen schrecklicher Vorwürfe verantworten. (Symbolbild)
Foto: imago images / Rolf Kremming

Bochum. Ein schockierendes Detail jagt das nächste, als der Staatsanwalt am 14. November am Landgericht Bochum die umfangreiche Anklageschrift gegen Petra B. (61) verliest. Die Vorwürfe sind unfassbar: Die Angeklagte soll zugelassen haben, dass ihr Lebensgefährte (51) ihre eigene Enkeltochter sexuell missbraucht hat. Das Kind leidet an einer schweren Behinderung, kann weder sehen, sprechen noch laufen – und war zum Zeitpunkt der Tat gerade einmal fünf Jahre alt!

Der Lebensgefährte von Petra B. wurde bereits im April zu einer Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Nun steht die angeklagte Großmutter aus Herne selbst vor Gericht – wegen der genannten Vorwürfe, aber auch aufgrund weiterer Delikte!

Bochum: Das sagt Petra B. (61) zu den schrecklichen Vorwürfen

Über eine Erklärung, die ihr Verteidiger abgab, räumte Petra B. die grauenvollen Tatvorwürfe ein. Die Geschehnisse sollen sich am Mittag des 28. Dezember 2018 abgespielt haben. Petra B. hatte ihre Enkeltochter bei sich zu Hause, sollte auf das Kind aufpassen. Als sie die behinderte Fünfjährige wickelte, sei ihr Lebensgefährte Thomas H.(51) dazugekommen, habe sexuelle Handlungen an dem Kind durchgeführt. Doch damit nicht genug: Auf Anweisung von Thomas H. machte Petra B. auch noch Aufnahmen der widerwärtigen Tat!

Während der Verteidiger die Erklärung vor Gericht verliest, kämpft Petra B. mit den Tränen. Ab und zu tupft sie sich mit einem Taschentuch über die feuchten Augen. Sie mache sich schwere Vorwürfe, nicht eingeschritten zu sein, so der Verteidiger. Die Aufnahmen der Tat habe sie nicht aufgrund eigener sexueller Interessen angefertigt, sondern allein deshalb, um sie anschließend Thomas H. zu übergeben. Über dessen Neigungen wusste die 61-Jährige Bescheid.

Petra B. (61): Sie will den Täter immer noch heiraten

Was die Beweggründe von Petra B. betrifft, spricht der Verteidiger von einer krankhaften Abhängigkeit der Angeklagten zu ihrem bereits verurteilten Lebensgefährten Thomas H.. Die Fotos der Tat habe sie nur angefertigt, um Thomas H. zu gefallen.

Bei einer früheren Vernehmung hatte die 61-jährige Witwe noch angegeben, mit Thomas H. verlobt zu sein – was sich als Falschaussage herausstellte. Doch, wie der Verteidiger im Laufe des Prozesses bestätigte, ist Petra B. bis heute davon überzeugt, dass sie und Thomas H. heiraten werden! Trotz der vergangenen Ereignisse wünscht sie sich nach wie vor, dass Thomas H. in der JVA seine Neigungen hinter sich lassen kann, um anschließend eine Beziehung mit ihr führen zu können.

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Bochum: Die Vorwürfe gegen Petra B. gehen noch weiter

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft schien kein Ende zu nehmen. Neben den bereits genannten Vorwürfen soll sich Petra B. zudem auch noch Zugang zu weiterem kinderpornogafischem Material verschafft und dieses ihrem Lebensgefährten zugänglich gemacht haben. Der Staatsanwalt nannte zahllose erschreckende Beispiele von kinder- und jugendpornografischen Motiven, die in einem WhatsApp-Chat zwischen Petra B. und Thomas H. entdeckt wurden. Auch hier führte der Verteidiger wieder die Abhängigkeit von Thomas H. als Beweggrund auf: Petra B. wollte ihrem Lebensgefährten gefallen!

Wie aus der Erklärung des Verteidigers hervorging, leidet Petra B. schwer unter den Vorwürfen, die sie sich selbst in der gesamten Sache macht. Zudem habe sich bis auf eine Tochter ihr komplettes soziales Umfeld von ihr abgewandt.

Als Fortsetzungstermine des Prozesses sind der 19. November und der 4. Dezember angesetzt.

 
 

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