Bochum ist „motorradfreundlich“

Bernd Kiesewetter
Garagenwart Peter Brand vom Parkhaus P8 in der Zufahrt für Motorradfahrer.
Garagenwart Peter Brand vom Parkhaus P8 in der Zufahrt für Motorradfahrer.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Die Stadt Bochum ist mit dem Titel „Die motorradfreundliche Stadt 2012“ ausgezeichnet worden. Die „Motorrad Initiative Deutschland“ hat den Preis vor allem wegen der Parkhäuser in Bochum vergeben.

Bochum ist mit dem bundesweiten Preis „Die motorradfreundliche Stadt 2012“ ausgezeichnet worden. Vergeben wurde er von der „Motorrad Initiative Deutschland e.V.“ (MID) beim 14. Hambacher Bikerfest in Neustadt. Ein Höhepunkt war die Preisverleihung an die Stadt Bochum vor mehreren hundert Gästen.

Zur Begründung hieß es, dass in Bochum in allen zwölf städtischen Parkhäusern motorisierte Zweiradfahrer „willkommen“ seien. Das sei nicht der Regelfall. Seit Mai gebe es im Parkhaus P8 am Bermuda-Dreieck sogar einen eigenen Bereich für Motorräder mit 30 videoüberwachten Stellplätzen, die nur einen Euro Gebühr pro Tag kosten - „sensationell niedrig“, so die MID.

Außerdem stehen Schließfächer für Helme und Motorradkleidung bereit. Sie können für einen weiteren Euro gemietet werden (plus zwei Euro Pfand). Daneben hängt ein Geldwechselautomat. Davor steht eine Sitzbank fürs Umziehen. Betrieben werden die zwölf Parkhäuser von der Entwicklungsgesellschaft Ruhr-Bochum (EGR), einer Tochtergesellschaft der Stadt. „Wir waren hocherfreut“, sagte EGR-Geschäftsführer Michael Müller am Montag der WAZ. Zur Preisverleihung nach Neustadt war EGR-Prokurist Volker Brico mit einem Motorrad angereist.

Der Vorsitzende des Bochumer Motorrad-Clubs „Chaos Caro MC Ruhr“, Jörg Waldera, findet das Angebot im P8 „eine tolle Sache“, wie er auf Anfrage sagte. Er fürchtet aber, dass durch solche Angebote freie Motorrad-Parkplätze andernorts abgeschafft werden könnten.