Bochum

Bochum: Geburt im Gefängnis? Hochschwangere Frau (29) muss DESHALB lange hinter Gitter!

Die Angeklagte Lara G. mit ihrem Verteidiger Volker Schröder im Landgericht Bochum.
Die Angeklagte Lara G. mit ihrem Verteidiger Volker Schröder im Landgericht Bochum.
Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Bochum. Hartes Urteil für Lara G. aus Bochum: Die 29-Jährige muss für vier Jahre ins Gefängnis! So entschied das Landgericht Bochum an diesem Mittwoch. Die Begründung: Gefährliche Körperverletzung und Steuerhinterziehung.

Doch das Urteil wirkt sich nicht nur auf das Leben von Lara G. aus. Die junge Bochumerin ist hochschwanger und soll noch in diesem Monat ein Baby zur Welt bringen!

Bochum: Lara G. (29) muss wegen Körperverletzung in 36 Fällen ins Gefängnis

Mehr als zwei Jahre lang hatte Lara G. schönheitschirurgische Behandlungen angeboten: Sie injizierte ihren Kundinnen und Kunden Hyaluronsäure in Lippen und andere Gesichtsbereiche. Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, fanden die Eingriffe in einer Bochumer Wohnung oder in gebuchten Hotelzimmern in anderen Städten statt. Ihre Kundinnen und Kunden lockte sie über Werbung auf ihrem Instagram-Account an. Dort entwickelte sich ein regelrechter Hype.

Rund 780.000 Euro Umsatz soll die 29-jährige Bochumerin im Tatzeitraum mit ihren Eingriffen gemacht haben. Das Problem an der Sache: Lara G. ist gelernte Friseurin – und deshalb gar nicht befugt, Eingriffe wie das Aufspritzen von Lippen durchzuführen!

Weil die Schein-Heilpraktikerin Lara G. nicht sachmäßig arbeitete, erlitten mehrere ihrer Patienten Verletzungen wie Schwellungen, Blutergüsse oder schmerzhafte Entzündungen. Das Gericht erklärte Lara G. wegen gefährlicher Körperverletzung in insgesamt 36 Fällen für schuldig.

Zudem wurde Lara G. auch wegen Steuerhinterziehung in 15 Fällen verurteilt, da sie ihre stets bar bezahlten Einnahmen weder versteuerte noch dokumentierte.

Muss Lara G. ihr Baby hinter Gittern zur Welt bringen?

Nun muss Lara G. also für vier Jahre ins Gefängnis. Doch was bedeutet das für das Kind, dass die 29-Jährige noch in diesem Monat zur Welt bringen wird?

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„Sie wird deswegen nicht vom Vollzug verschont werden“, sagt Katja Nagel, stellvertretende Pressesprecherin des Landgerichts Bochum, gegenüber DER WESTEN. Es sei nichts außergewöhnliches, dass Frauen im Gefängnis ein Baby zur Welt bringen. „Kinder, die im Gefängnis geboren werden, bleiben am Anfang auch noch eine Zeit lang bei ihren Müttern“, erklärt Nagel und spricht dabei auch von speziellen Muter-Kind-JVAs.

Ab einem gewissen Zeitpunkt jedoch müsse man die Kinder von den Müttern trennen, um die Entwicklung der Kleinen nicht zu gefährden.

Cousine inspirierte Lara G. offenbar

Auch gegen Lara G.s Cousine Duygu Ö. läuft am Bochumer Landgericht ein Prozess. Ihr werden ähnliche Vorwürfe gemacht. Sie soll ihre Cousine inspiriert haben. Ein Urteil steht in diesem Verfahren noch aus.

 
 

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