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Bochum: Schwerkranker Covid19-Patient aus Italien im Krankenhaus behandelt – dann fließen die Tränen

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Bochum. Eine Behandlung in Bochum war seine letzte Chance. Schwer krank, unter künstlicher Beatmung mit einem Flugzeug der Luftwaffe, wurde Claudio Facoetti nach Bochum geflogen. Der 65-jährige Italiener aus Bergamo lag bereits seit zehn Tagen im künstlichen Koma.

Er ist einer von zehn Italienern, die auf Initiative der Landesregierung Mitte März in hiesigen Krankenhäusern verteilt wurden, weil die medizinische Versorgung in seiner Heimat aufgrund des Coronavirus überlastet war. Bergamo ist zu dem Zeitpunkt das Epizentrum der italienischen Corona-Tragödie.

Bochum: Covid-Patient kann Intensivstation verlassen

Mittlerweile hat Claudio Facoetti nicht nur die Intensivstation des Bochumer Universitätsklinikums St.-Josef-Hospital wieder verlassen, sondern er hat noch einen weiteren Grund glücklich zu sein und positiv gestimmt nach vorne zu blicken.

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Nach über zwölf Jahren Streit mit seiner Tochter Stefania, hat er in dieser Woche das erste Mal wieder Kontakt zu ihr gehabt.

Sie hatten miteinander gebrochen. Weil er sich damals für seine Affäre statt für die Familie entschied. Ein Fehler, wie er heute einsieht.

Beim ersten Treffen fließen Tränen

Nun sitzen sie sich das erste Mal wieder gegenüber. Wenn auch nur via Tablet. Tränen fließen.

Ein besonderer Moment. Das erste Mal, dass der Italiener seine drei Enkel persönlich sieht. Wie sie bis dahin aufwuchsen, hatte er lediglich heimlich über Facebook verfolgt.

Italienische Neurologin hilft

Hauptgrund dafür, dass Vater und Tochter wieder miteinander sprechen, ist die Ärztin Ines Siglienti. Sie stammt ursprünglich aus Mailand und ist Neurologin am Bochumer Krankenhaus.

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Sie wurde Caudio Facoetti und dem weiteren Italiener, der hierhin verlegt wurde, an die Seite gestellt. Sie hatte den Krankentransport mit den Behörden in Italien geregelt und Kontakt zu den Familien gehalten.

Nach mehreren Telefonaten gestand Stefania ihr von dem jahrelangen Streit.

Juventus Turin statt Atalanta Bergamo

Ines Siglienti spielte Claudio Sprachnachrichten der Tochter vor, zeigte Bilder der Enkel. „Sogar Nachbarskinder der Familie in Italien haben ein Bild gemalt“, erzählt Jürgen Frech, Pressesprecher des Krankenhauses.

Er besorgte außerdem eine große Eistorte von einem namensverwandten Gelatiere: „Per Claudio da Claudio“ stand darauf –von Claudio für Claudio.

Außerdem druckte er das Wappen des Fußballclubs „Atalanta Bergamo“ aus zur Dekoration. „Ich dachte er ist Atalanta-Fan.“ Da hatte Frech sich getäuscht. Claudio ist Fan vom großen italienischen Club Juventus Turin. „Also druckte ich auch noch das Wappen aus.“

Sie schmückten das Krankenzimmer.

Bald geht es nach Hause

Wie es jetzt weiter geht? Claudio Facoetti geht es immer besser. Mit einem Rollstuhl kann er schon wieder an die frische Luft. Er gilt als geheilt. In naher Zukunft soll er wieder nach Hause kommen. Dann kann er endlich seine Tochter und die drei Enkel sehen. (pg)

 
 

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