Im Bochumer Rathaus steht eine Amazon Alexa – die Bürger sind entsetzt

Seit über einem Jahr nutzt Bochum schon Alexa. Aber nicht alle Stadtbewohner sind glücklich darüber. (Archivbild)
Seit über einem Jahr nutzt Bochum schon Alexa. Aber nicht alle Stadtbewohner sind glücklich darüber. (Archivbild)
Foto: Bochum Marketing GmbH
  • Stadt Bochum nutzt seit über einem Jahr den Sprachassistenten Alexa
  • Eins der Geräte steht im Bürgerbüro Mitte
  • Einige Bochumer sind entsetzt

Bochumer können seit Sommer 2017 mit ihrer Stadt kommunizieren und nach Hotels, Veranstaltungen, Telefonnummern diverser Ämter und Stadtführungen fragen. Möglich macht das Amazons Sprachassistent Alexa.

Dafür entwickelte Bochum Marketing ein kostenloses Zusatzprogramm für den Sprachassistenten. Dieses ermöglicht Alexa, auf die Fragen rund um die Revierstadt zu antworten.

Was sich erst einmal nach einem tollen Service der Stadt anhört, kommt bei einigen Bochumern nicht gut an. Sie machen ihrem Ärger in der geschlossenen Facebook-Gruppe „Du weißt Du bist Bochumer wenn...“ Luft.

Bochum: Tonaufnahmen nicht auszuschließen

Denn: Einige Gruppenmitglieder sind bei einem Besuch im Bürgerbüro Mitte um ihre Privatsphäre besorgt. Sie befürchten, Amazon könne sie durch die Alexa ausspionieren. Unter anderem, indem das Gerät unaufgefordert Gespräche aufzeichne.

Auch die Stadt Bochum selbst warnt ihre Bürger im Rathaus: „Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass Tonaufnahmen nicht auszuschließen sind.“

„Wanze direkt in den Flur gestellt“

Heiko F. kommentiert in der Bochumer Facebook-Gruppe: „Das nenne ich mal eine Fehlleistung der Stadtverwaltung. Neben der nicht erlaubten Werbung kommt noch hinzu, dass man sich eine schöne Wanze direkt in den Flur stellt.“

Diese Befürchtung haben auch andere Menschen aus Bochum. „Zuhause soll man sich diese Dinger wegen Datenschutz nicht hinstellen und dann so etwas“, merkt Martina H. an.

Amazon Alexa: Vorfall schlägt hohe Wellen

Grundlose Sorge oder berechtigter Einwand? „Zeit Online“ berichtete im Dezember 2018 über einen bedenklichen Vorfall rund um Amazons Alexa, der auch Datenschützer alarmierte.

Ein Alexa-Nutzer fragte bei Amazon seine Daten ab und bekam diese auch - doch nicht nur seine! Aufgrund eines technischen Fehlers schickte ihm Amazon auch Tausende Audiodateien, die einen anderen Nutzer betrafen. Dateien, die Fremde nicht in ihre Hände bekommen sollten.

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Kein Konflikt mit der Datenschutz-Grundverordnung

Was sagt die Bochum Marketing GmbH zu den Vorwürfen der Facebook-Nutzer? Sie bestreitet, dass die Nutzung von Amazons Alexa zu einem Konflikt mit der Datenschutz-Grundverordnung führe.

Christian Gerlig, Leiter der Kommunikationsabteilung von Bochum Marketing, erklärt gegenüber DER WESTEN: „Es werden keine persönlichen Daten abgefragt.“

 
 

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