Bochum

Bochumer Trinkhalle „Lindener Büdchen“ verpfiffen: „Leben in Gemeinschaft des Neids und der Missgunst“

Darf sein Büdchen wegen einer anonymen Beschwerde erst um 6 Uhr öffnen: Refik Gülcü (l.). (Archivfoto)
Darf sein Büdchen wegen einer anonymen Beschwerde erst um 6 Uhr öffnen: Refik Gülcü (l.). (Archivfoto)
Foto: FUNKE Foto Services

Bochum. Weil sich ein Unbekannter beschwert hat, dass es zu laut sei, darf das „Lindener Büdchen“ in Bochum in Zukunft erst um 6 Uhr morgens öffnen – statt wie gewohnt um 4.30 Uhr.

Als Betreiber Refik Gülcü den Brief vom Ordnungsamt auf Facebook veröffentlichte, war die Anteilnahme bereits groß.

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„Schade! Aber so ist es wohl, wenn jemand sich beschwert. Der weiß ganz genau, was er bezwecken will. Schade, dass euch sowas passiert“, hieß es zum Beispiel in den Kommentaren. Oder: „Sauerei! Die Menschen sollten froh sein, dass so früh jemand seine Bude aufmacht. Alle Pendler mit Frühschicht sind froh darüber! Aber das in einige Ego-Schädel reinzubekommen, ist offenbar nicht möglich.“

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Leser stehen zum Großteil auf Seite des Büdchen-Betreibers

Auch nachdem der Artikel auf der Facebook-Seite von DER WESTEN geteilt wurde, häuften sich die Kommentare darunter. Und die gehen vor allem in eine Richtung: Die Leser von DER WESTEN stehen auf der Seite des 41-jährigen Gülcü. Das sind die Meinungen:

  • „Leider ist es so, immer schön anonym bleiben. Es gab auch Zeiten, da hat man darüber gesprochen.“
  • „Und so werden Büdchen kaputt gemacht. Wieder ein Stück Tradition, die dann so langsam verschwindet.“
  • „Tja, wir leben nicht mehr in einer Gemeinschaft des Zusammenhalts, sondern des Neids und der Missgunst auf vielen Ebenen.“
  • „Man kann nur die Daumen drücken, dass eine schnelle Lösung kommt.“
  • „Die Büdchen sterben sowieso... und denen, die damit noch ihren Lebensunterhalt verdienen, wird es dann zusätzlich noch erschwert. Unglaublich.“

Auch wenn ein Großteil der Leser nicht verstehen kann, dass die Öffnungszeiten nach hinten verschoben wurden, gibt es doch ein paar, die das nachvollziehen können. Das sind die Gegenstimmen:

  • „Naja, wäre ich direkter Nachbar, würde mir das natürlich auch auf die Nerven gehen. Kann mir die Party morgens da schon vorstellen.“
  • „Wenn man sich jetzt vorstellt, dass die Kundschaft wohl ab 4 vornehmlich mit dem Auto kommt, beim Einkauf den Motor anlässt, dafür viermal Türen knallt (Geld vergessen, Zigaretten vergessen, Rücksichtnahme vergessen), dann noch mal schnell dem Bekannten drei Parkplätze weiter zuruft – dann kann ich Anwohner verstehen, die das enorm nervt. Ob ein Gespräch beim Betreiber da was genutzt hätte, bezweifle ich mal.“

Wie es mit seinem Büdchen jetzt weitergeht, weiß Refik Gülcü noch nicht. Er wolle sich aber fachliche Unterstützung holen, um das Problem möglichst schnell zu lösen. Mehr dazu kannst du hier nachlesen>>>

 
 

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