Bochum

Bochum: Baby tot in Plastiktüte gefunden – Prozess offenbart dramatische Details

Die angeklagte Laura M. muss sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Bochum verantworten.
Die angeklagte Laura M. muss sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Bochum verantworten.
Foto: DER WESTEN/ Marcel Storch

Bochum. Der Vorwurf wiegt schwer!

Die arbeitslose Laura M. (35) aus Bochum soll den Tod ihres neugeborenen Babys „billigend in Kauf“ genommen haben, so die Anklage.

Bochum: Mutter wegen Totschlag angeklagt

Laura M. wird Totschlag wegen Unterlassung vorgeworfen. In der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober 2016 brachte sie ein „nahezu vollständig entwickeltes Mädchen“ zur Welt, das jedoch kurz nach der Geburt verstarb.

Der Rettungsdienst, den die Eltern der Angeklagten gerufen hatten, fand den Leichnam später in einem Plastiksack unter blutigen Kleidungsstücken.

Die studierte Sozialwissenschaftlerin hatte die Schwangerschaft gegenüber ihrer Familie geheim gehalten. Zwei Tage vor der Geburt sei es laut Anklage zu Komplikationen gekommen.

Frau lehnte Hilfe ab

Die Frau spürte anders als bei vorherigen Schwangerschaften keine Bewegung im Mutterleib mehr und ergriff laut Anklage keinerlei Maßnahmen. Auch Hilfe ihrer Eltern, in deren Wohnung sie sich aufhielt, lehnte sie ab.

Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher: das Neugeborene hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überlebt, hätte Laura M. Hilfe geholt. Daher wird Laura M. wegen Totschlags durch Unterlassung angeklagt.

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Waren Drogen im Spiel?

Im Blut der Angeklagten fanden sich Hinweise auf Amphetamine, Cannabis und Schmerzmittel. Sie könnten die biologische Funktion der Plazenta der Angeklagten beeinflusst haben. Ärzte stellten eine Infektion der Plazenta bei Laura M. fest.

Ob sie jedoch Ursache für den Tod des Babys waren, konnte eine Obduktion nicht abschließend klären.

Genaueres muss nun das Gericht klären. Zu Prozessbeginn schwieg die aus Herne stammende Angeklagte zu den Vorwürfen. (ms/nk)

 
 

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