Bezirkbürgermeisterin Busche kritisiert Bezirksregierung

Gernot Noelle
Schlechte Informationspolitik: Ost-Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche übt Kritik an der Bezirksregierung Arnsberg
Schlechte Informationspolitik: Ost-Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche übt Kritik an der Bezirksregierung Arnsberg
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ-Fotopool
Ost-Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche bemängelt fehlende Kommunikation. Dies erschwere ihr Bestreben, über die Flüchtlingssituation zu informieren.

Ost. „Es läuft richtig gut“, lobt Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche (SPD) das Engagement der Bürger im Bochumer Osten, die den Flüchtlingen im Stadtbezirk helfen. Gleichwohl hat sie festgestellt, dass sich viele über die aktuelle Lage nicht ausreichend informiert fühlen. Das liegt ihrer Ansicht auch an der Bezirksregierung Arnsberg, die für die neue Erstaufnahmestelle im Schulzentrum an der Unterstraße zuständig ist. Andrea Busche bemängelt die fehlende Kommunikation zwischen Arnsberg und Bochum-Ost – und dass es auch keine Info-Veranstaltungen für die Bürger vor Ort gibt.

„Aus Arnsberg hat bisher noch niemand den Kontakt zu mir gesucht“, sagt Andrea Busche. „Das ärgert mich sehr.“ Auch, dass sie nicht direkt, sondern beim städtischen Info-Abend in Laer erfuhr, dass die Bezirksregierung gerne noch weitere Flüchtlinge in der Notunterkunft an der Unterstraße unterbringen möchte.

Dass es mit der Kommunikation hapert, kann Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung, weder bestätigen noch dementieren. „Wir werden der Kritik aber nachgehen“, sagt er. Fakt sei, dass man sich „bei solchen Projekten natürlich mit der Stadtspitze rückkoppelt“. Fehlende Info-Veranstaltungen begründet Söbbeler mit der zu dünnen Personaldecke: „Informieren gehört natürlich auch zu unseren Aufgaben. Aber wir haben derzeit 21 Dauereinrichtungen und rund 100 Notunterkünfte – überall Info-Abende zu veranstalten ist einfach nicht leistbar.“ Aktuell seien rund 100 Kollegen im Einsatz. Immerhin: In den nächsten Wochen soll das Personal aufgestockt werden.

Bis dahin wollen Andrea Busche und ihre Mitstreiter selbst dafür sorgen, dass die Bürger vor Ort informiert werden. Allerdings macht sich die Bezirksbürgermeisterin auch durchaus Sorgen um die zahlreichen Helfer, die man nicht überfordern dürfe: „Gut ist daher, dass sich jetzt auch in den Stadtteilen, die bisher weniger Flüchtlinge aufnahmen, etwas tut.“