Bochum

Bewährungsprobe für die neue Technik

Neue Lesegeräte auf den Buslinien der Bogestra.Foto: Winfried Labus
Neue Lesegeräte auf den Buslinien der Bogestra.Foto: Winfried Labus
Foto: Winfried Labus / FotoPool

Bochum. . Seit Mitte Juli ist das elektronische Einstiegskontrollsystem in den Bussen der Bogestra im Einsatz. Am Montag, zum Schulstart, kommt die erste echte Bewährungsprobe auf die neue Technik zu.

In Hundertschaften werden Bochums Schüler/innen dann wieder die Busse stürmen. Wie jeder andere, müssen alle vorne beim Fahrer einsteigen, das Ticket und den Schülerausweis gezückt halten. Dann wird geprüft: Das elektronische Kontrollsystem, ein kleiner Kasten am Zahltisch des Fahrers, will die Karte „sehen“: Zum Check werden Schoko-Ticket & Co. an ein markiertes Feld gehalten. Ein Lämpchen und ein Signal melden das Prüfergebnis (Chipkarte o.k.: grünes Licht, tiefer Signalton; Chipkarte gesperrt oder ungültig: rotes Licht, hoher Signalton; Chipkarte nicht lesbar: keine Reaktion des Systems). Befürchtungen, wegen der Kontrolle könnte es zu noch mehr Gedränge und Schubzeiten morgens und mittags im Schulbus-Verkehr kommen, hat Bogestra-Sprecher Kollmann nicht: „Das wird sich schnell einspielen. Grundsätzlich ändert sich für die Fahrgäste ja nichts.“

Wirtschaftliche Gründe

Das Verkehrsunternehmen hat die E-Kontrolle nicht zur „Kunden-Gängelung“ eingeführt, sondern aus rein wirtschaftlichen Überlegungen. „Wir haben fast 70 000 ungültige Chipkarten im Umlauf“, weiß Kollmann – bei 190 000 Abo-Kunden. Der Computer erleichtere somit unabhängig von den Kontrolleuren und Fahrzeugbegleitern das Aufspüren von Schwarzfahrern. Die bisherige Vorgabe, beim Einstieg die Fahrkarten beim Fahrer vorzuzeigen, war letztlich offenbar nicht effizient genug. „Das war ja nur eine kurze Sicht-Prüfung, keine inhaltliche“, so Kollmann.

Seit der Einführung der Kontrollkästen sind gut fünf Wochen vergangen. „Das brauchen Sie nicht zu versuchen, das funktioniert nicht!“ – diesen Satz, den man noch in der letzten Woche etwa auf den Bussen der Linien 353 und 349 immer wieder vom Fahrer zu hören bekam, soll inzwischen der Vergangenheit angehören. Kollmann: „Die Technik funktioniert.“

Kontrolleure bleiben

Damit die Schüler/innen sich mit der Funktionsweise der neuen Geräte vertraut machen können, hat die Bogestra zum Schulbeginn eine extra Info für Schoko Ticket-Besitzer erstellt. Sie wurden auch an Schulen abgegeben. Kompakt wird darin u.a. geschildert, dass der Einstieg in die Busse – wie bisher – grundsätzlich vorn beim Fahrer erfolgt, und wie das Lesegerät funktioniert. Außerdem wird erklärt, warum die Kinder ihren Schülerausweis dabei haben müssen (das Schoko-Ticket wird personenbezogen ausgestellt, ist nicht übertragbar). Da an manchen Haltestellen gerade zu Schulbeginn und Schulschluss Horden von Schülern in die Busse drängen, sei eines wichtig, so der Bogestra-Sprecher: gegenseitige Rücksichtnahme. „Die Fahrer werden – wenn nötig – auch die hinteren Türen für den Einstieg freigeben.“ Ab 1. September können auch die Tickets der Studierenden der Technischen FH Agricola mit dem Gerät kontrolliert werden. Die Studierenden der RUB bleiben vorerst verschont, da über die technische Umrüstung der RUB-Chipkarten noch verhandelt wird.

Die neue Technik ersetzt übrigens nicht die übliche Kunden-Überprüfung: Die Bogestra-Kontrolleure bleiben im Dienst.

 
 

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