Betriebsrats-Chef Einenkel findet Schließungsgerücht zu Opel Bochum „unverantwortlich“

Rolf Hartmann
Die erneut aufflackernden Schließungsgerüchte, was das Opel-Werk Bochum betrifft, seien unverantwortlich, sagte der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel. Er verlässt sich auf die vertraglich festgelegten Garantien mit GM, dass bis Ende 2014 kein Werk geschlossen und keine betriebsbedingte Kündigung stattfinden wird.

Bochum. „Jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben“, zürnte Rainer Einenkel, Betriebsratschef der Bochumer Opelwerke, angesichts der jüngsten Paniknachrichten. Doch es ist eine alte Sau: Schon wieder ist die Rede von möglichen Schließungen der GM/Opel-Werke in Bochum und England. „Bis Ende 2014 gibt es keine Werksschließungen und keine betriebsbedingten Kündigungen“, beruft sich Einenkel auf Vertragsgarantien.“

Doch warum schwefelt erneut Male das Gespenst einer Werksschließung Richtung Bochum? - Als Quelle wird ein anonymer GM-Manager angegeben. Nur, wer ist dieser dunkle Lord, der Opel Bochum schon wieder in die Suppe spucken will? Einenkel, mit den Verhältnissen der Opelmutter vertraut, ordnet die aufflackernden Gerüchte unter „Rufschädigung“ ein und rügt: „Das ist unverantwortlich. Da gibt es wohl einige Aktionäre, die werden nervös.“

Opel in der Verlustzone

Nachvollziehbar: Zwar fuhr General Motors im letzten Jahr wieder Milliarden Dollar Gewinne ein, doch das Vorhaben, Opel/Vauxhall in Europa wieder in die Gewinnzone zu stemmen, klappte 2011 noch nicht. Im Gegenteil: ein Defizit von weit über 500 Millionen Euro wird beklagt.

Genaue Zahlen werden erst am 16. Februar in der GM-Jahresbilanz bekannt gegeben - mit Rücksicht auf das amerikanischen Börsenrecht. Doch eine Einzelbilanz für Opel werde es nicht geben, hieß es.

Der Absturz in die tiefroten Zahlen habe mit Restrukturierungskosten, aber vor allem mit dem Zusammenbruch der Märkte in Südeuropa zu tun, sagt Einenkel. Alle Massenhersteller der Branche seien davon betroffen, auch Ford.

Paradox: Gerade jetzt, bei erneuten Schließungsgerüchten, steht das Bochumer Werk, jüngst erst für 175 Millionen Euro modernisiert, blendend da. Bazio: „Wir fahren Sonderschichten.“ Denn erst im Januar war Markteinführung des neuen Zafira Tourer in Deutschland, der nur in Bochum gebaut wird. Ebenso wie sein Zwilling, ein „Rechtslenker“ für den Linksverkehr in Großbritannien. Dort ist in wenigen Wochen die Markteinführung. Weit über 150.000 Fahrzeuge will Opel Bochum 2012 fertigen, die Stundenproduktion von 30 bis 32 Wagen wird in Kürze auf 34 pro Stunde erhöht.