Bochum

Betonfiguren sind Stadtgespräch

Bochum. . Seit die „Alltagsmenschen“ - jene stabilen Betonfiguren von Christel Lechner Christel Lechner - in der Innenstadt aufgestellt wurden, sind sie Stadtgespräch. Schön oder hässlich? Kitsch oder Kunst? Unberührt lassen diese „Menschen aussem Kohlenpott“ keinen.

Die WAZ hat nach der Meinung ihrer Leser/innen gefragt. Eine Auszüge aus den positiiven Stimmen:

„Na, wenn das kein Erfolg ist!“ - Edeltraut Emilius ist hin und weg: „Ich war ganz begeistert von diesen lustigen Figuren. Als ich sie gesehen habe, habe mich köstlich amüsiert über die erfrischende und witzige Art, wie sie dort stehen. Sie verströmen einfach gute Laune. Für einen Moment waren sie lebendig für mich in meiner Fantasie, als ich da so stand zwischen ihnen. Für einen Moment bin ich mitgelaufen in der Polonäse mit den ,Alltagsmenschen aus Beton’; für einen Moment habe ich in meiner Fantasie sogar Musik zur Polonäse gehört.“

„Sehr einverstanden“

„Wir haben uns am Sonntag die XXL-Figuren angesehen und finden sie wunderschön. Alle Darstellungen sind aus dem Leben gegriffen. Sehr schön die Polonaise und die Tanzenden vor dem Gericht. Wir wären sehr einverstanden, wenn die Figuren länger als nur bis zum 30. Juni in der Innenstadt stehen blieben“, betonen Christel und Walter Berthold.

Sofort Freundschaft geschlossen mit den Moppel-Ich-Figuren hat auch Familie Familie Westermeier-Glazkova: „Diese sympathischen Betonfiguren sind so süß und lustig! Sie machen unsere graue Stadtmitte gemütlicher und menschlicher. Danke allen, die diese Idee gehabt haben, insbesondere Frau Lechner für ihre Arbeit. Auch wenn es andere Meinungen zur Kunst gibt, finden wir, Kunst darf auch einfach nur gefallen und gute Stimmung verbreiten. Wir hoffen sehr, dass diese ,Ruhrpott-Menschen wie Du und ich’ länger bei uns bleiben!“

„Mit den Betonfiguren erleben wir heiterer und gelassener unsere Innenstadt. Eine außergewöhnlich gute Idee. Darüber muss man sich freuen!“, findet Leser Gerhard Sahl..

Auch viele kritische Stimmen

Kunst polarisiert, das ist eine Binsenweisheit. Aber sind die Betonfiguren überhaupt Kunst? Wenn es nach der Meinung nicht weniger WAZ-Leser/innen geht, nicht! Es gibt viele Stimmen, die sich so gar nicht mit Christel Lechners „Moppelchen“ anfreunden können:

„Es gab einmal Politiker/innen, die hatten den Mut, den Bochumern trotz knapper Kassen und gegen alle Widerstände große Kunst zuzumuten - das Terminal von Serra“, schreibt Christine Grau. „Heute müssen wir uns mit geschmäcklerischer Straßen-Deko abspeisen lassen. Es ist zum Heulen!“

„Die farbarmen, grauen Figuren passen bestens zur zubetonierten Innenstadt, in welcher Farbe und natürliches Grün wenig erwünscht sind. Die fetten Beton-Menschen mit den in der Vergangenheit entstandenen Wohlstandsbäuchen zeigen uns, wie gut es der Stadt mal ging!“, meint Edgar Zimmermann „Die Beton-Figuren sind nichtssagend. Sie haben keinerlei Bezug zu Straßen- und Bauansichten der Stadt, noch tragen sie zum Selbstverständnis und zum Identitätsausdruck Bochums bei“, kritisiert Manfred Strecker.

„Nichts Besseres verdient“

„Wenn eine Stadt den Bezug zu Kultur und Kunst endgültig verloren hat, investiert sie in Kunstgewerbe, nach dem Motto: ,Wer hier lebt, verdient nichts Besseres.’ Die 50 Beton-Leihgaben sollten ebenso schnell, wie sie gekommen sind, wieder verschwinden: über Nacht!“, fordert Dr. Marion Demuth-Leib.

Förmlich angeekelt zu sein scheint Hugo Koch: „Ich meide den Blickkontakt mit diesen unsäglichen ... ich schäme mich für meine Stadt. - Kulturhauptstadt, das ist nur eine Farce!“

 
 

EURE FAVORITEN